Hinweis zu Cookies.

Wir benutzen Cookies um sicherzustellen, dass unsere Website richtig funktioniert und um Statistiken über das Verhalten unserer Benutzer zu sammeln. Durch die Nutzung dieser Website akzeptieren Sie den Einsatz unserer Cookies.

MaxFun Sports Laufsport Magazin

LISS Training

Low Intensity Steady State gegen High Intensity Interval Training

Und wieder ein vollkommen neuartiges, noch nie dagewesenes Trainingskonzept; das LISS (Low Intensity Steady State) hat nun Europa erreicht. Eben war es noch das HIIT (High Intensity Interval Training), doch dem wird nun der Rang abgelaufen, und zwar gründlich. Um die einleitenden, ironisch gemeinten Worte, gleich einmal zu relativieren; LISS Training macht natürlich Sinn, ist aber in keinster Weise neuartig oder noch nie dagewesen, ebenso wenig wie HIIT, aber heutzutage benötigt man scheinbar für alles brandaktuelle Bezeichnungen und eine unheimliche Werbemaschinerie dahinter.

Jeder Ausdauersportler trainiert – so er sinnvoll unterwegs ist – große Anteile seines gesamten Trainingsumfangs in niedrigen Intensitätsbereichen und sehr geringe Anteile im sehr intensiven Bereich. Selbst Spitzenmittelstreckenläufer absolvieren bis zu 95% ihres gesamten Trainingsumfangs im GA-I-Bereich, und zwar wirklich im GA-I-Bereich, das bedeutet, dass sie da ganz locker unterwegs sind. Die harten Laufsport-Einheiten sind dann allerdings wirklich hart, da kann es schon vorkommen, dass man nach ein paar 400ern auf der Bahn einen nicht besonders angenehmen Blutgeschmack im Mund hat.

Doch zurück zum „neuen Trend“ LISS Training, das vor allem die sportlichere Damenwelt fasziniert im Moment. Da ist man eine Zeitlang locker laufend oder walkend unterwegs, auch gegen Schwimmen oder Steppen im unteren Pulsbereich ist natürlich nichts einzuwenden. Was den Kalorienverbrauch betrifft, muss man aber die Kirche im Dorf lassen; eine 60kg leichte Frau benötigt bei einem 30-minütigem Spaziergang etwa so viel Energie wie jene, die in der Hälfte eines halben Faschingskrapfen zu finden ist – so man den mit der Marmelade erwischt, sonst ist der Fettanteil und damit die Energiemenge wesentlich höher. Viel wichtiger als die verbrauchte Energiemenge sollte im Training allerdings die Sinnhaftigkeit sein, und die ist – so man sein Training intelligent aufbaut – gegeben.

Leistungsverbesserung als Ziel
Training selbst sollte eine Leistungsverbesserung zum Ziel haben, sprich, man will, dass der Körper adaptiert, und dafür muss man Reize setzen. Diese wiederum muss man so aufeinander abstimmen, dass der Körper auch die Möglichkeit hat, sich anzupassen. Oder umgekehrt; man darf sie ihm nicht nehmen, indem man auf gut Deutsch gesagt lauter Unsinn zusammentrainiert. Wer etwa bislang glaubte, ausschließlich mit HIIT sein Glück zu finden, wird in 99,9999% aller Fälle herzlichst enttäuscht worden sein – weil das Ganze entweder nach ein paar Monaten in schrecklichstem Übertraining geendet hat oder in einer probaten Verletzung. Wer jetzt glaubt, mit LISS Training innerhalb kürzester Zeit zehntausende Kalorien abnehmen und zum neuen Weltmeister mutieren zu können, wird relativ bald ebenso ziemlich enttäuscht sein.

Überall kann man jetzt zwar lesen, dass LISS (und nicht HIIT) der Fettkiller schlechthin ist, doch das ist gelinde gesagt gelogen. Körperfett verliert man ausschließlich mit einer leicht negativen Energiebilanz (also beispielsweise mit einem täglichen Kaloriendefizit von 300-500 kcal); was man dabei macht oder nicht und was man dabei isst, ist für die Fettreduzierung (nicht aber für Gesundheit und Trainingszustand) vollkommen egal. Überdies ist es so, dass man ausschließlich mit sinnvoll abgestimmten Trainingseinheiten (die durchaus einen großen Anteil an Lockerem und einen sehr kleinen Anteil an sehr Hartem enthalten können/sollen/werden) eine Leistungsverbesserung erzielen kann – langfristig gesehen.

Der ganze mediale Aufschrei also umsonst? Nicht ganz, denn er birgt etwas sehr Positives in sich; das etwas aus dem Ruder gelaufene HIIT rückt wieder in den Hintergrund, und das ist gut so, hat es doch eine riesige Heerschar an Fitnesssportlern, die vielleicht nicht besonders viel Zeit mit dem Studium der Sport- und Trainingswissenschaften verbringen können, innerhalb nur weniger Monate vollkommen ruiniert.

Link: www.maxfunsports.com

26.02.2018 09:00:00
Foto: pixabay.com
relevante Artikel
Fitness

Bootcamp-Fitness

Auf eine militärische Art und Weise zu Höchstleistungen
Tipps & Trends

Fitness-Trends 2019

Nachhaltigkeit, Communities und Vernetzung gewinnen an Bedeutung
Gesundheit

Vom Training ins Burnout

Intensives Training kann zur Gratwanderung werden
Training

So wichtig ist Regeneration

Auf jede Belastung muss eine Entlastung folgen
Training

Countdown zum Saisonstart

Nur noch ein paar Wochen bis zu den ersten Lauf-Veranstaltungen
Training

Nach dem Training

Tipps für den langfristigen Leistungserfolg
Laufsport

42,2 km unter 180 Minuten

So schaffst du den Marathon unter 3 Stunden
Training

Strukturiertes Training

Zu einem intelligenten Training gehört auch die Regeneration

Wir informieren und unterhalten Sportler, Sportinteressierte und Veranstalter. www.maxfunsports.com gibt es seit 1999 und ist die führende österreichische Laufsport Plattform.