MaxFun Sports Laufsport Magazin

HIIT-Einheiten

Schnell oder langsam?

Wer wenig Zeit hat, „nützt“ diese oft für intensives Trainieren. Wer oft wenig Zeit hat, trainiert ergo oftmals intensiv. Weil lockeres Laufen oder Rad fahren ja wohl nichts bringen kann, man will ja etwas spüren…Wie geht das jetzt mit dem Trainieren, soll man bei knappem Zeitmanagement eher hart oder eher locker an die Sache rangehen? So einfach ist das nicht zu beantworten, es kommt – wie immer in solchen Fällen – erstens darauf an, was man vorhat, zweitens, wie gut man drauf ist und drittens, in welcher Trainingsphase man sich befindet.

Generell kann man aber wohl mit Fug und Recht behaupten, dass man im Ausdauersport immer noch ganz gut fährt, wenn man sehr viel locker und sehr wenig sehr hart trainiert. Entgegen dem jetzigen Trend des hochintensiven Intervalltrainings (auch HIIT-Einheiten genannt)…es macht sehr wohl Sinn, den Fettstoffwechsel und damit die Grundlage so aufzubauen, dass man intensive Belastungen überhaupt erst einmal verkraftet. Kein Spitzenläufer würde (HEUTZUTAGE!!!) jemals auf die Idee kommen, tagtäglich knallharte Intervalle auf die Bahn zu pfeffern, aus zwei Gründen; erstens wären selbige spätestens am zweiten Belastungstag nicht mehr knallhart, weil man vom Training des Vortages ordentlich „angemaiert“ wäre; zweitens würde man solche Belastungen auch psychisch nicht aushalten. Der Unterschied vom leistungssportlich Orientierten zu den vielen „Fitnessfreaks“ (die sehr wohl tagtäglich HIIT-Training „konsumieren“) ist nämlich der, dass Erstere WIRKLICH bis ans Limit gehen bei ihren harten Einheiten (folglich nach lockeren Einheiten förmlich gieren danach), Zweitere nie wirklich ans Limit (aber eben bis knapp davor) gehen in ihren Trainings, das dafür (fast) jeden Tag. Und damit quasi andauernd an ihren Trainingszielen (so sie denn überhaupt welche haben) vorbeischrammen und sich selbst nichts Gutes tun damit.

Wer also 5x die Woche jeweils 40 Min Zeit fürs Training hat, tut gut daran, dieses in JEDER Phase des Trainingsjahres „passend“ zu gestalten. 5x knallharte Intervalle sind also völliger Humbug, selbst in der heißen Wettkampfphase, weil sie erstens nicht knallhart sein können und zweitens komplett auslaugen. Dies gilt übrigens auch für Spinner, also für solche, die auf den Spinningrädern dieser Welt ihre Erfüllung suchen (und zum Teil auch finden). Selbst wenn die Musik und die Trainerin noch so motivierend sind; Vernunft VOR Emotion! Was also tun, wenn man wenig Zeit hat zum Trainieren? Es spricht nichts gegen ein bis zwei härtere bis harte Einheiten pro Woche (Intervalle, Tempodauerlauf oder Wettkämpfe selbst), wenn der Rest locker absolviert wird und ein paar Kräftigungseinheiten eingebaut werden. Letztere sind vor allem im Sinne einer seriösen Verletzungsprophylaxe mehr als anzudenken, Leichtathleten bauen diese bis zu drei Mal pro Woche in ihr Programm ein, und das nicht deswegen, weil sie sie so lieben, diese Übungen…

Generell muss man unterscheiden zwischen Fitnesssportlern und leistungssportlich orientierten Ausdauersportlern. Vor allem die zweite Spezies möchte erfolgreich an Wettkämpfen teilnehmen, und das geht nun mal nicht mit kaputten Beinen oder zu wenig Biss (durch zu viele halbharte Einheiten)…dem Fitnesssportler sind solche Zustände so lange egal, bis auch er im Übertraining oder gar in einer Depression landet – alles mehr als oft beobachtet. Was jetzt also? Schnell oder langsam? Beides! Aber MEISTENS langsam und nur MANCHMAL schnell, dann aber wirklich schnell! Wer dauernd etwas zu hart rangeht an die Sache, den schmeißt die Sache früher oder später ab! Aber das ist natürlich schwer bis kaum zu glauben, wenn die Werbemaschinerie des hochintensiven Intervalltrainings (das gar keines ist…) so weiter angekurbelt wird.

Link: www.maxfunsports.com

02.07.2016, 19:00:00
Foto: MaxFun Sports
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