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Jan Frodeno gewinnt den Ironman Austria in Kärnten

Eva Wutti und Jan Frodeno gewinnen in Klagenfurt

Jan Frodeno gewinnt den Ironman Austria in Kärnten, der Superstar aus Deutschland war trotz seiner überstandenen Krankheit, die ihn unmittelbar vor dem Rennen zwei ganze Wochen Training gekostet hat, lange Zeit auf Rekordkurs, 7h42Min lautete die Prognose beispielsweise nach 8 Laufkilometern. 46Min29s benötigte „Frodissimo“ für das 3,8km lange Schwimmen, das traditionellerweise im Lendkanal endet, damit stieg er als Erster mit knapp 2 Minuten (!!!) Vorsprung auf Mitfavoriten Ivan Rana aus dem Wasser. Rana verlor beim Radfahren dann aber komplett den Anschluss an Frodo – den Anschluss, den er eigentlich unbedingt hätte halten wollen, der ihm allerdings schon im Wörthersee abhandengekommen war.

Nach 90 km hatte der Olympiasieger bereits 8Min Vorsprung auf den Rest des Feldes, das vom Spanier Eneko Llanos angeführt wurde, der Österreicher Paul Ruttmann lag da noch auf dem hervorragenden 3. Platz, in etwa auf Augenhöhe mit dem gesamten Verfolgerfeld, das zu diesem Zeitpunkt aus acht Athleten bestand. Letztendlich benötigte der zweifache Hawaii-Sieger etwas mehr als 4h19Min für die 180km, zum Vergleich Marino Vanhoenackers Radsplit bei seinem 7h45Min-Husarenritt: 4h15Min. 4h19Min waren es auch für den Österreicher Michael Weiss, der damit als bester einheimischer Athlet auf Rang 9 auf die Laufstrecke gehen konnte – etwa 15Min hinter dem Kölner.

Bei den Damen war es eine der Topfavoritinnenk, Michelle Vesterby aus Dänemark, die nach etwas mehr als 53Min als Führende aus dem Wasser stieg, die Österreicherinnen Michaela Herlbauer und Bianca Steurer lagen nach der ersten Disziplin auf den Positionen 2 und 3. Nach 65 Radkilometern war es immer noch Michelle Vesterby, die in Führung lag, auf den Plätzen 2,3 und 4 dann ausschließlich Österreicherinnen; Steurer hatte da etwas mehr als 2Min Rückstand, Herlbauer etwas mehr als 3Min, und auf Rang 4 folgte Eva Wutti, allerdings schon mit etwa 8Min auf die führende Dänin. 7h41Min48s dann die vorausgesagte Endzeit des Weltrekordinhabers bei Laufkilometer 15, Frodo lief wie eine Maschine, lachte und winkte dem Publikum, spielte Animateur und brachte die Stimmung an den hot spots zum Kochen.

Die Temperatur perfekt, um die 20 Grad, perfekt für schnelle Rennen, nicht nur für die Ersten, sondern beispielsweise auch für Alexander Zanardi, den ehemaligen Formel-1-Fahrer, der die zweite Runde der Radstrecke knapp nach 11 Uhr auf seinem Handbike in Angriff nehmen konnte. Vesterby stieg als Erste vom Rad, 5h57Min war sie da unterwegs gewesen, Corinne Abraham aus Großbritannien etwa 6Min dahinter, dann bereits Eva Wutti, die Superläuferin, die durchaus unter 3h laufen kann im Ironman. Und die frischgebackene Mama holte auf, nach etwa 7h Rennzeit lag die 28-jährige Wolfsbergerin bereits auf Rang 2, 100s hinter Vesterby.

Jan Frodeno musste in der Zwischenzeit die Toilette aufsuchen, war nicht mehr auf Rekordkurs, dennoch lief er satte 15Min vor dem Rest des Feldes her, und das mit einer Lockerheit, die seinesgleichen suchen konnte. Aber das sind alles Geschichten, die beim Ironman geschrieben werden, die wohl von jedem, der dabei ist, geschrieben werden, und zwar tief in die eigene Seele, ganz tief hinein.

Und nun zum Endstand Damen:
1. Eva Wutti, Österreich, 9h06Min25s,
2. Corinne Abraham, Großbritannien, knapp dahinter,
3. Michelle Vesterby, etwas weiter dahinter…

Und nun zum Endstand Herren:
1. Jan Frodeno, Deutschland, 7h57Min20s,
2. Eneko Llanos, Spanien, 8h12Min43s,
3. Viktor Zyemtsev, Ukraine, 8h16Min

Leider, leider gab es auch einen sehr traurigen Zwischenfall auf der Radstrecke, ein Athlet wurde medizinisch versorgt, verstarb aber wenig später. Fürchterlich, stellt alle Superleistungen in den Schatten, sind dann plötzlich ganz egal….

Link: www.maxfunsports.com

02.07.2017, 16:00:00
Foto: Clemens Kollmann - vielen Dank von der MFS-Redaktion
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