MaxFun Sports Laufsport Magazin

Ökonomisierung des Trainings

16.05.2010, 12:00:00
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Die meisten von Ihnen werden viel Zeit für Arbeit und Familie verwenden, da sollte zumindest die verbleibende Trainingszeit intelligent genützt werden.

Was bedeutet eigentlich "mehr Qualität statt Quantität"? Jedes Mal Intervalltraining, ein Wettkampf nach dem anderen, nur noch Fahrtspiel? Natürlich nicht, im Prinzip heißt das nur, dass man strukturierter und mit Hirn trainieren sollte. Klar macht es für den reinen Gesundheitssportler Sinn, 3x30 Min/Woche ganz locker joggen zu gehen, allein einen unheimlichen Trainingsfortschritt wird er damit nicht zusammenbekommen. In erster Linie geht es einmal um die Zielsetzung. Wer seine 10-km-Bestzeit von 33:00 auf 32:30 schrauben möchte, trainiert anders als jemand, der eine Marathonzeit unter 4 Stunden anstrebt. Und Faktum ist auch, dass Grundlage vorhanden sein und diese auch weiterhin trainiert werden muss. Denn ohne guten Fettstoffwechsel, genügend Mitochondrien in den Zellen usw. verkraftet der Körper einerseits intensiveres Training oder Wettkämpfe nicht (so gut), andrerseits wird auch mit lockerem Grundlagenausdauertraining (das dann aber auch dauern muss… eine „lockere“ Einheit von 20 Min stellt - außer man ist purer Laufanfänger - KEINE Grundlagenausdauereinheit dar - schlicht und einfach, weil das Training zu kurz ist) die maximale Sauerstoffaufnahme (das Bruttokriterium für die Ausdauerleistungsfähigkeit) trainiert. Manche Autoren gehen sogar so weit, dass sie sagen, bis zu einer Marathonzeit von unter 2h30 (Männer) oder 2h50 (Frauen) kann man alles über die Grundlage machen. Andere wiederum stellen die Maximalkraft als DAS Trainingselement schlechthin dar...

Heute geht es allerdings darum ein wenig über die Ökonomisierung des Trainings nachzudenken. Die meisten von Ihnen werden viel Zeit für Arbeit und Familie ver(sch)wenden, da sollte zumindest die verbleibende Zeit intelligent genützt werden. Nur weil man nach einem Wettkampf das eine oder andere Bierchen zu viel getrunken und vielleicht auch beim Essen ein wenig über die Stränge geschlagen hat, heißt das noch lange nicht, dass man am nächsten Tag statt der sinnvollen lockeren Rad-Stunde im regenerativen Bereich gleich derer drei daraus machen muss; nur um "überschüssige" Kalorien zu verbrennen. Gönnen Sie sich das Feiern nach getaner "Arbeit", nach guter Leistung, machen Sie aber keine "Alibi-Einheiten" mehr. Die Energie, die Sie für diese aufwenden, ist eine verlorene, und irgendwann im Laufe der Saison bezahlen Sie dafür. Müdigkeit, Ausgebranntheit - physische und psychische - , Lustlosigkeit werden Sie plagen.

Doch was heißt nun "qualitativ wertvoll" trainieren?

Wer z. B. 3x/Woche laufen geht, kann durchaus einmal - ev. etwas länger - im Grundlagenbereich unterwegs sein. Diesen lockeren Dauerlauf kann man mit ein paar Steigerungsläufen spannender gestalten. Dehnungsübungen und Rumpfmuskulatur-Kräftigungsübungen sind sicherlich auch nicht ganz verkehrt hernach. Die zweite Einheit kann ein recht hartes Intervalltraining darstellen (Aufwärmen, Lauf-ABC, Cool-down nicht vergessen) - wobei der Leitsatz "Training ist Training, Wettkampf ist Wettkampf" gelten muss (die letzten 5% hebt man sich immer für den letztgenannten auf). Und die dritte Einheit kann durchaus ein Wettkampf selbst oder ein hügeliger Geländelauf sein.

Wichtig scheint, dass man stets einen sinnvollen Inhalt in seiner Trainingseinheit hat. Wer zwischendurch immer wieder mal ein Stündchen Zeit hat und gestresst in seine Laufsachen springt und ebenso gestresst wieder zum vorherigen Tun zurückkehrt, geht meist "nur so" laufen. Besser als nichts zwar, aber nicht vergessen; mit einem realistischen Ziel vor Augen läuft es sich fokussierter, Alibieinheiten sollten der Vergangenheit angehören!

Christian Kleber (MAS)

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