MaxFun Sports Laufsport Magazin

Liebe zu dritt

06.07.2009, 12:00:00
Foto:
geralt/PIXELIO

Die Frau genügt ihm nicht, dem Kilometer-Junkie, er hat dazu noch eine Geliebte, die ihm oftmals wichtiger zu sein scheint.

L´amour a trois: oder auch „Liebe zu dritt“ genannt, ein Phänomen, das vor allem bei Ausdauersportlern (in diesem Falle trifft meist wirklich nur die maskuline Form zu) recht häufig vorzufinden ist. Die Frau genügt ihm nicht, dem Kilometer-Junkie, er hat dazu noch eine Geliebte, die ihm oftmals wichtiger zu sein scheint als seine „Alte“. Die wiederum respektiert seine außerehelichen Geplänkel, weil sie ihn fit halten und ansehnlich, sodass er rundum nur beneidet wird, nicht wegen seines leicht abartigen „Hobbies“, sondern ob der braungebrannten Muskeln, der faltigen, sonnengegerbten Haut und des jugendlichen Aussehens. Eigentlich ist seine Gespielin ein Neutrum und heißt Training. Training, Training, Training.

Einmal vom Ausdauerfieber gepackt, kann er nicht mehr aufhören, daran zu denken, und denkt er nicht daran, trainiert er, und trainiert er nicht, dann wertet er aus, und wertet er nicht aus, dann redet er darüber, und redet er nicht darüber, dann schläft er, schläft er nicht, dann isst er, und isst er nicht, denkt er daran, und so weiter. Sein Lebensinhalt ist der Sport, selbst in der Arbeit kann er an nichts Anderes mehr denken als an die nachfolgende Einheit, alle, die anders denken als er oder ihn nur wenig verstehen, versteht er gar nicht, nein, er missachtet sie, er lacht sie aus, er verspottet sie in seinen Kreisen. Und merkt gar nicht, wie weit er von der Realität entfernt ist, trainiert wie ein Profi, ohne einer zu sein, Familienfeste gibt´s nicht mehr, seine Freunde rekrutieren sich ausschließlich aus seinem Trainingsumfeld, seine Frau und seine Kinder, die ihn anfangs noch sehr stolz unterstützten, geben auch langsam auf. Oder spielen ihr Leben lang mit, weil sie glauben, nichts Anderes oder gar Besseres mehr finden zu können. Aber „mitspielen“ oder jemanden ob seiner Selbst zu lieben und zu schätzen, sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe!

Manchmal trainiert er sogar 30 Stunden pro Woche, so er ein Triathlet ist, 15, wenn er „nur“ zu den Läufern zählt. Die Leistungen allerdings entsprechen nicht im entferntesten den Trainingsumfängen, zumal er ja die Regenerationsmaßnahmen, die ein Vollprofi genießt, nicht genießen kann; zu diesen Zeiten muss er arbeiten oder – was ihm noch viel schlimmer vorkommt – etwas mit seiner Familie unternehmen. Fürchterlich für ihn. Das wahre Leben spielt sich doch auf der Landstraße oder in der Allee ab, dort, wo man seine Sünden abbüßen kann. Bloß – welche Sünden? Die einzige Sünde wäre die, dass er keine Zeit mehr für seine Allerliebsten findet; doch wenn er dies nicht erkennt, kann er dafür wohl auch nicht büßen.

Im schlimmsten Fall wird er von seiner Frau verlassen, dann kann er endlich noch mehr trainieren, und über´s Internet lernt er flüchtig Frauen zum Zwecke des Vergnügens kennen - Frauen, mit denen er „niemals zusammen sein könnte“, weil die ihn natürlich nicht verstehen. Für einen 87. Platz beim Ironman oder einen 4. Platz beim Unterloisdorfer Wappenlauf ein dermaßen voluminöses Trainingspensum, das kann man eigentlich nicht verstehen.

Kommt doch zur Vernunft, ihr selbsternannten Supersportler, seht ein, dass ihr später, wenn ihr alt und grau, faltig und ausgelaugt, niemanden haben werdet, der euch umsorgt, der „Guten Morgen“ und „Gute Nacht“ zu euch sagt. Trainiert nur die Hälfte und ich schwöre euch, ihr werdet sogar schneller. Und die Zeit, die ihr dann zur Verfügung habt, aber vor allem das Mehr an Energie, das nützt, um eure Lieben in den Wald zu führen, sie zum Essen einzuladen, um zu leben. Und wer weiß, vielleicht geht sich dann eine richtige Geliebte aus. Oder erzählt ihr immer nur, dass ihr soviel trainiert und in Wirklichkeit habt ihr sie ohnehin schon lange, die Gespielinnen…???

Christian Kleber (MAS)

Link: woman.MaxFun.at

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