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MaxFun Sports Laufsport Magazin

Grenzen ausloten

An das Limit gehen und die Trainingsbereiche ausreizen

Junge Sportler rennen oft drauf los, als gäbe es kein Morgen. Egal, ob es sich um (eigentlich) langsame Trainingsläufe oder Intervalle handelt, das Anfangstempo ist oft viel zu hoch im Vergleich zum letztendlichen Durchschnittstempo. Bei den allerersten Formüberprüfungen mit Startnummer auf der Brust ist das nicht viel anders, die ersten paar hundert Meter findet sich der Rookie oftmals an erster Stelle wieder, wird dann gnadenlos überlaufen und kommt aufgrund der verdammt hohen und nicht mehr zu verwertenden Laktat-Zahl nur noch irgendwie ins Ziel. Ältere Sportler, die mit dem Laufen beginnen, starten hingegen nicht selten zu langsam und verschenken so gleich auf den ersten Kilometern gute Zeiten.

Die meisten lernen erst im Laufe der Zeit wie schnell sie loslaufen können/müssen, um einen halbwegs optimalen Wettkampf herunter zu spulen. Dazu muss man seinen Körper besser kennenlernen und das sogenannte „Hinhalten“ (also das „Sich quälen können“) in seinen Kopf hineinbekommen. Denn dieser steuert und riegelt ab – anfangs noch viel früher, mit zunehmender Erfahrung sukzessive später, irgendwann ist man selbst darüber erstaunt, wie weit man gehen kann, ohne dabei tot umzufallen. 

An die Limits gehen
Zahlreiche Studien belegen, dass selbst bei Spitzensportlern, bei denen man eigentlich davon ausgehen sollte, dass sie sich maximal belasten können, das Ende der Fahnenstange kaum einmal erreicht wird. Bei Tests, in denen man diesen vorgaukelt (mit falschen Display-Anzeigen), dass sie noch nicht ganz am Limit sind (obwohl sie es an und für sich laut persönlichen Bestleistungen sehr wohl schon sind), führt man diese noch näher an ihre individuellen Limits heran. Vielleicht können diese nie erreicht werden, wer weiß. 

Ein tolles Beispiel dafür ist die erste Meile unter vier Minuten vom leider heuer verstorbenen Sir Roger Bannister, der 1954 als erster Mensch die etwas mehr als 1609 Meter unter der bis dahin quasi „unmöglich zu durchbrechenden“ Schallmauer von vier Minuten lief. Innerhalb nur weniger Wochen wurde sein Rekord von John Landy auf 3Min58s verbessert, letztendlich blieben bis heute zahllose Menschen unter dieser Marke. Was so viel heißen soll wie; man hält erst für möglich, was möglich ist, wenn irgendjemand aus dieser Möglichkeit (und scheint sie auch noch so verwegen) Realität macht – und plötzlich können viele andere dasselbe – weil sie eben wissen, dass es möglich ist. 

"Hinhalten"
Der Kopf spielt also eine entscheidende Rolle, nicht zuletzt beim Erlernen des „Hinhaltens“. Nun gibt es die These, dass jeder Mensch ein gewisses Quantum an „Hinhalten“ besitzt, hat er dieses aufgebraucht, funktioniert es nicht mehr (so ganz). Beispiel: Ein Athlet hat in seiner Laufbahn 250 Wettkämpfe absolviert (das macht durchschnittlich 25 pro Jahr, wenn er 10 Jahre lang an diversen Startlinien steht, oder etwa 15/Jahr, so er etwa 16-17 Jahre lang Wettkämpfe absolviert, die Zahl ist also gar nicht so hoch, wie sie aussieht): beim 251. merkt er auf einmal, dass irgendetwas in ihm sozusagen „abriegelt“. Er hat nicht mehr diesen unheimlichen Biss, den er noch beim 250. Wettkampf gespürt hat, nicht mehr das unbändige Verlangen, über sich hinauszuwachsen, nicht mehr diese Aggressivität in sich, die ihn alles rundherum vergessen lässt.

Im Ziel ist er kein bisschen unzufrieden, auch wenn er etwas langsamer und etwas weiter hinten in der Ergebnisliste zu finden ist. Beim 252. Wettkampf verhält es sich nicht anders, beim 270. bleibt er plötzlich ad hoc stehen, um auf seine Freundin zu warten, um ihr Tempo zu machen, beim 271. steht er bereits genau deswegen am Start; aus dem einstigen Wettkämpfer, der sich verbiegen konnte bis zum Geht-nicht-mehr, ist ein (immer noch passabler) Tempomacher geworden, der sich nicht mehr um Zeiten oder Platzierungen kümmert – zumindest nicht mehr um die eigenen. Und das ist gut so, das Leben ist ein Fluss, und man treibt nicht stets an gleicher Stelle.

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13.06.2018 15:00:00
Foto: MaxFun Sports
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