MaxFun Sports Laufsport Magazin

Gibt es das Training von der Stange?

17.12.2011, 12:00:00
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©Peter Freitag / pixelio.de

Wie viel ist jedoch nun gut an Intensitäten, ab wann droht man auf der falschen Seite des Grates abzustürzen?

Der momentan sicherlich beste Langläufer der Welt, Petter Northug, trainiert laut eigenen Angaben recht viel. Vor allem recht viele Intervalle, beinahe täglich stehen sie auf seinem Programm. Als Vollprofi trainiert er natürlich auch mehr, mindestens zwei Einheiten pro Tag. Dass da die Optik eine andere wird, wenn fast jeden Tag hart gelaufen wird, ist klar. Doch auch anteilig gesehen zur Gesamt-Trainingsstundenzahl ist der Norweger relativ häufiger intensiv unterwegs als andere. Oder als es z. B. in den gängigen Trainingswissenschaften empfohlen wird. Da ist er aber nicht der einzige. Zumindest über einen überschaubaren Zeitraum trainiert jeder, der im Leistungs- oder Hochleistungssport Erfolg haben will, doch ganz schön intensiv. Ob Langläufer, Triathlet, Radsportler, Läufer, der Salzanteil in der Suppe droht manchmal die eben Genannte regelrecht zu vergiften.

Es ist eine Gratwanderung, das Leben an sich, und das körperliche Training im speziellen. Den richtigen Mix zu finden, um sein persönliches Optimum herauszuholen, ist schwer, verdammt schwer. Leben ist Entwicklung. Lernen ist Entwicklung. Training ist Entwicklung. Und irgendwie ist alles dasselbe, gehört zusammen. Prinzipiell sind alle Lebewesen ähnlich, aus den gleichen Stoffen aufgebaut, es gibt ja – so wir unserer Wahrnehmung trauen wollen – gar keine anderen. Im Urknall alles vereint, jetzt so weit voneinander entfernt, aber doch so gleich. Wort- und Hirnspielereien, die zum Denken anregen sollen. Wenn alle mehr oder weniger gleich sein sollen, gibt es dann auch das Training von der Stange? Jein. Die Trainingsgrundsätze bleiben für alle mehr oder weniger gleich, ohne Basis läuft zum Beispiel gar nichts oder niemand. Ohne Salz in der Suppe schmeckt diese fad. Sprich, ohne Intensitäten wird das Training irgendwann langweilig, man entwickelt sich nicht mehr weiter.

Wie viel ist jedoch nun gut an Intensitäten, ab wann droht man auf der falschen Seite des Grates abzustürzen? Diese Antwort kann nicht verallgemeinernd beantwortet werden. Da kommt es – bei aller Gleichheit – zunächst einmal auf die Gene an. Und auf die Körperzusammensetzung, die ebenfalls genetisch determiniert ist – aber nicht unwiderruflich, Muskelfasertypen können mit entsprechendem Training umgewandelt werden, schwierig, aber doch. Die Bereitschaft des einzelnen spielt eine gewichtige Rolle, vor allem die psychische. Wer noch nie in seinem Leben einen Wettkampf absolviert hat, wird mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht so „hinhalten“ können wie jemand, der dauernd am Start steht und sich verwinden und verbiegen kann, dass man glaubt, er stirbt im nächsten Moment. Der eine Typ ist eher der, den niedrige Intensitäten und lange Trainingseinheiten schneller machen, der andere braucht dauernd Salz und Pfeffer, um in die Gänge zu kommen. Der eine ist ruhiger, der andere emotional, aufbrausend, dauernd unter Strom. Und so weiter.

Wenn also ein Petter Northug 5x/Woche Intervalle trainiert, ein Spitzenschwimmer 2x am Tag dasselbe macht oder aber ein afrikanischer Wunderläufer das „einfache Programm“, 20 km am Morgen, 20 km am Abend – jeweils locker bis mittel gelaufen – runterspult, soll Sie das nicht kratzen. Machen Sie weiter wie bisher, seien Sie offen für neue Einheiten. Und seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass verdammt harte Arbeit wartet, wenn Sie Erfolg haben möchten. Ob Sie nun dauernd „nur“ locker laufen oder radeln oder ständig Intervalle einbauen; Sie selbst müssen das Gefühl für Ihre persönliche Gratwanderung entwickeln, dann wird es gut.

Christian Kleber (MAS)

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