MaxFun Sports Laufsport Magazin

Falsch eingewöhnt

27.10.2011, 12:00:00
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© Günter Havlena / pixelio.de

Schnitzel, Pommes, Pizza, Würstel und Co - muss dies denn wirklich sein?

Wenn man durchschnittliche (wobei diese Bezeichnung hier nicht abwertend verstanden werden sollte) Kinder beim Essen beobachtet, stellt man - so man ein halbwegs gesundheitsbewusster Mensch ist - mit Schrecken fest, dass unsere lieben Kleinen am liebsten Schnitzel mit Pommes, Pizza oder Würstel essen. Süße Nachspeisen, Eis, allerlei „leckeres“, gesalzenes Knabberzeugs und literweise Limonaden, Cola oder Eistee stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Kombiniert mit wenig Bewegung, Computerspielen und sonstigem technischen Schnickschnack eine Einbahnstraße, aus der die wenigsten herauskommen.

Die Eltern leben es so vor, machen sich kaum die Mühe, einmal selbst zu kochen, und so geschieht es, dass Kinder im Alter von zehn, elf Jahren zum ersten Mal auf irgendeinem Bauernhof echte, lebendige Kühe sehen, die auf saftigen Weiden grasen; den Geschmack von frischen Beeren und anderem zum ersten Mal in ihren Backen haben; das Ganze vielleicht bei einer Projektwoche in einer Neuen Mittelschule, so die Volksschullehrer aufgrund zu großer erwarteter Schwierigkeiten bereits im Vorfeld einer möglichen Schullandwoche w.o. gegeben haben.

Wie man den "Computer“" Mensch füttert, so agiert dieser. Klar, man kann es auch übertreiben. Extrem ehrgeizige Eltern, die ihre Kinder zu jedem Klavierkurs und zu jeder Schwimmstunde lotsen, die ihre Kinder mit selbstbereiteten Müslis und dergleichen überfüttern, laufen Gefahr, genau das Gegenteil einer gesunden Lebenseinstellung bei ihrem eigen Fleisch und Blut hervorzurufen.

Aber gerade in einer Gesellschaft, die zusehends und zunehmend verfettet, passiver und leistungsunfähiger wird, wo jeder nur noch seine eigene Verantwortung abgeben möchte und tatsächlich abgibt, wäre es an der Zeit umzudenken. Wo sind sie, die schlauen Gesundheits- und Fitnessprogramme für Schulen, Firmen, Private? Dem Untergang nahe aufgrund zu starker Ärzte- und Pharmalobbies? Oder niemals da gewesen, nur auf dem Papier oder auf Plakaten, die für teures Geld bedruckt wurden? Letztendlich bleibt es jedem einzelnen überlassen, ob er etwas für seine Gesundheit machen möchte oder nicht. Das kostet Geld, Geld, das die Ärmeren nicht haben. Daher auch die auseinanderklaffende Schere; wirtschaftlich nicht so gut Dastehende tun wesentlich weniger für ihre Gesundheit und sind wesentlich häufiger adipös (also krankhaft fettleibig) als Reichere.

Dabei wäre alles recht einfach; so viel Bewegung wie möglich im Rahmen von „physical activity“ (also zu Fuß gehen, Stiegensteigen, usw.) sowie 3-4x/Woche 30-40 Min Ausdauertraining kombiniert mit etwas Kräftigung und Koordination. Ausgewogene Ernährung (viele kleine Portionen LEBENSmittel pro Tag, Obst und Gemüse, reichlich Flüssigkeit - also WASSER) spielte hier eine gewichtige Rolle; leider spielen Fast-food-Ketten, Supermärkte und andere brav dagegen und unterhalten eine Werbemaschinerie, die seinesgleichen wohl nur noch in der Pharmaindustrie suchen und finden kann. Und irgendwie bekommt man den Eindruck, die beiden spielen miteinander; Zucker und Fett werden auf der einen Seite schön verpackt und supertoll bekömmlich verkauft, Tabletten und Pillen zum Auskurieren und Heilen der daraus resultierenden Folgen auf der anderen. Viele Menschen leben davon, daher wird es wohl nie anders werden - außer, wir fangen endlich an, unser aller "Computersystem" Mensch mit den richtigen Dingen zu füttern.

Christian Kleber (MAS)

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