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MaxFun Sports Laufsport Magazin

Locker oder hart

So sollte man das Training gestalten

Sieht man sich heute so um, bekommt man gern und schnell den Eindruck, Training müsse vor allem eines sein: locker. Oder umgekehrt: knallhart. Je nachdem, welche Trainingsgruppe man sich gerade ansieht, die einen trainieren ausschließlich langsam, ohne jemals in die Gefahr des Überpacens oder einer Überanstrengung zu gelangen, die anderen trainieren ausschließlich so, dass ihnen das Weiße aus den Augen herausquillt.

Aber wie sollte Training denn nun „wirklich“ sein?
Zuallererst sei gesagt, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, was er denn erreichen möchte mit seinem Training. Wer Weltmeister werden will, muss im Laufe seines Sportlerlebens immer mehr und immer härter arbeiten, daran führt – zumindest in hochentwickelten Sportarten, bei allem Talent und Glück – mit Sicherheit kein Weg vorbei. Wer beispielsweise vorhat, in zehn Jahren einen neuen Weltrekord im Marathon aufzustellen, wird mit dreimaligem Joggen pro Woche mit geschlossenem Mund bestenfalls zum Bäcker und wieder zurücklaufen können. 

Wem das genügt - wunderbar. Nur brauchen sich Läufer, die so „trainieren“, nicht darüber wundern, warum gerade bei ihnen nichts weitergeht, ihre Leistungen eher immer schlechter werden. Wer hingegen tagtäglich knallharte Intervalle auf den Asphalt klopft, wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht bis zum Marathon-Weltrekord schaffen, ebenso werden diejenigen scheitern, die ihre Umfänge zu schnell steigern – etwa von 50km/Woche einfach mal so auf 150. Das geht ein paar Wochen gut, danach melden sich die passiven Strukturen und man kann aufgrund der Schmerzen und Verletzungen gar nicht mehr laufen. 

Ein Mittelding muss also gefunden werden. Selbst die größten Ausdauertalente erreichen nichts mit falschem Training. Ein langjähriger Trainingsaufbau, bei dem Jahr für Jahr ein wenig gesteigert wird und bei dem vor allem die „Nebengeräusche“ (Kräftigung, Stabilisation, Stretching etc.) tüchtig mittrainiert werden, stellt die Voraussetzung dar für eine mögliche „Spitzenkarriere“. Wobei man sich nichts vormachen sollte: wer seinen allerersten Zehner in 70 Minuten rennt, wird wohl nie an die 26Min17s von Kenny B. herankommen. Und selbst wenn man bei seinem „Ersten“ nicht 70, sondern lediglich 34 Minuten braucht, ist die Wahrscheinlichkeit, einmal Weltklasse zu werden, erschütternd gering. Zu viele Faktoren, die zu 100% stimmen müssen. Dennoch, versuchen darf (und soll, so er es will) es jeder! Aber ja, Training ist irgendwann einmal verdammt hart. 

Train hard - aber mit Hirn
So gibt es beispielsweise von Jan Frodeno ein Video im Internet, bei dem man sehen kann, wie er trainiert: frühmorgens 5,7 km Schwimmen, knallharte Intervalle, vormittags einen 10-km-Lauf mit ein paar Sprints, mit Lauf-ABC, nachmittags eine 2 Stunden Radausfahrt, abends dann erst Hügelläufe und danach 20x400m auf der Bahn in 68-69s. Die besten Marathonläufer der Welt rennen 200-300km/Woche, manchmal sogar mehr, die besten Schwimmer gehen von den Umfängen her etwas zurück, bauen dafür wieder mehr Kraft- und Schnelligkeitstraining ein. Die müssen allerdings auch nicht 2 oder 8 Stunden durchgehend unterwegs sein, sondern z. B. über 100m Zeiten von unter 47s anstreben. Selbst der „durchschnittliche Hawaii-Starter“ absolviert 15 Stunden/Woche.

Will man etwas erreichen, muss man hart trainieren, sehr hart, aber intelligent. Vor allem Leute, die aus der Fitness-/Kraft-/CrossFit-Szene kommen, können unheimlich „hinhalten“. Sie müssen aber lernen, dass Ausdauertraining nicht so funktioniert wie Krafttraining. Bei Ersterem kann man schlicht und einfach nicht täglich Vollgas geben, beim Krafttraining funktioniert das auch nur bedingt, nämlich nur dann, wenn man sein Training aufsplittet. Die, die jeden Tag zwei, drei Vollgas-Crossfit-Stunden absolvieren, können damit niemals ihr persönliches Maximum erreichen, wenngleich sie das vielleicht glauben.

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22.08.2018 12:00:00
Foto: pixabay.com
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