MaxFun Sports Laufsport Magazin

Wettkampf Zuschauer

11.05.2013, 12:00:00
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Prinzipiell kann einem Wettkämpfer nichts Besseres passieren, als wenn er angefeuert wird von einer breiten, johlenden Masse an Zusehern.

Nun häufen sich aber nicht erst in letzter Zeit relativ unangenehme Vorfälle mit den Beobachtern des Geschehens und deren Anhängseln, auch in früheren Zeiten war dies schon häufig ein nicht von der Hand zu weisendes Thema.

Marathonlauf: Unvergessen jener Olympische Marathon in der Endphase, wo der weit vorne Liegende (oder eigentlich Laufende) von einem Zuschauer attackiert worden war. Oder beim Landstrasser Bezirkslauf am 5. Mai 2013, wo der Zuseher beim Lauf, der scheinbar vergessen hatte, dass sein Hündchen doch recht viel Kraft zu haben scheint, dieses „unabsichtlich“ entfleuchen ließ, worauf sich dieses aus dem Staub gemacht und inmitten der recht flott laufenden Führungsgruppe wiedergefunden hatte. Und einen Mitläufer dermaßen brutal zu Fall gebracht und die übrigen Läufer dermaßen verwirrt hatte, dass diese nicht mehr recht wussten, was zu machen war. Der Mann am Elektroführungsfahrzeug erwies sich dann Gott-sei-Dank als wahrer Hundekenner und brachte den Kampfhund (???) letztlich zur Raison. Die Reihe ließe sich beinahe endlos fortsetzen, dabei handelt es sich hierbei ja lediglich um Wettkampf-Schwierigkeiten.

Man kann aber davon ausgehen, dass aufgrund der wesentlich zahlreicheren Trainingskilometer solche Vorfälle auch wesentlich zahlreicher auftreten, und das dürfte doch einen nicht zu unterschätzenden Grund haben: Die Menschen sind sich ob ihrer Verantwortung anderen gegenüber scheinbar kaum noch bewusst bzw. geben diese ganz bewusst ab. Und so entstehen Situationen, in denen sich wohl keiner der Beteiligten gerne wiederfindet. Man kann natürlich nicht hergehen und Tour de France Etappen, die z. B. über fünf schwere Gebirgspässe führen, hermetisch abriegeln oder die Zuseher hinter riesig hohen Maschendrahtzäunen verbarrikadieren. Ebenso wenig kann man Marathonläufe nur noch indoor auf Laufbändern veranstalten.

Undenkbar auch ein Hunde- oder gar Tierverbot auf sämtlichen Freizeitsportstrecken im urbanen oder ländlichen Raum. Aber der Appell soll nicht unverhört verhallen, dass JEDER Mensch wieder mehr nachdenken sollte, was für Konsequenzen sein Verhalten mit sich bringt. Und zwar vorher, BEVOR etwas geschieht. Denn nachher sind immer alle gescheiter(t), und so soll es ja nicht sein.

Denn wer schon einmal mit 80 Sachen eine Bergstraße runtergedonnert ist – und zwar auf einem Drahtesel – der weiß, dass ein Sturz über einen Hund, der aus einem Haus raus schießt, nicht besonders amüsant ist. Wenn der Hund dann noch dazu einem passionierten Radfan gehört, der eigentlich bei der Italien-Rundfahrt zuschaut und total begeistert von den tollen Profis ist, wird das Ganze sogar skurril. Dass es für eine passable Verletzung aber gar keiner 80 km/h bedarf, weiß der Autor seit Sonntag. Es genügen bereits 16 oder 17, damit sowohl Hund (der dann total durchgedreht ist) als auch Mensch (der mit einem lauten Knall und einem noch lauteren Schrei auf dem Asphalt aufgeschlagen ist) verdammt durcheinander sind. Der Hundebesitzer ward übrigens danach nicht mehr gesehen…Armes Viech!

Christian Kleber (MAS)

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