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MaxFun Sports Laufsport Magazin

Laufstilanalyse

04.04.2013, 12:00:00
Foto:
© MaxFun.cc

Glaubt man diversen selbsternannten Laufgurus, so sollte man auf den Fußballen laufen, dabei in einer Tour lächeln, anfersen, bis der Hintern glüht und mindestens 180 Schritte pro Minute machen.

Meine Herren - meine Damen, was für ein ausgemachter Schwachsinn, denn diese An- oder Vorgaben beziehen sich klarerweise auf Weltklasseläufer über 10km oder die Marathondistanz, und diese Herrschaften sind dort ja mit 20 und teilweise weit mehr Kilometern/Stunde unterwegs.

Ein Hobbyläufer kommt dagegen manchmal nicht einmal - und dies bitte nicht abwertend zu verstehen - auf 8km/h. Gehen wir von einer noch "extremeren" Bewegung aus, dem Gehen. Wer von Ihnen, werte Leser, hat schon jemals einen Fußgänger dabei beobachtet, der bei jedem Schritt seine Ferse an den Hintern klatschen lässt, mit 180 winzig-kleinen Schritten pro Minute dahintrappelt, das Ganze noch dazu auf dem Vorfuß?

Etwas extrem, zugegeben, aber umgelegt auf ein lockeres Joggingtempo von - bleiben wir dabei - 8km/h können diese Vorgaben gar nicht eingehalten werden. Umgekehrt würde etwa ein Usain Bolt mit der Forderung, lediglich 180 Schritte pro Minute machen zu dürfen, auch nicht besonders flott laufen (gut, der Jamaikaner läuft natürlich nur auf den Fußballen und ferst auch brav an). Bolt benötigt ca. 42 Schritte, um in etwas mehr als 9,5s im Ziel zu sein, umgelegt auf eine Minute wären das in etwa 270 Schritte, also ziemlich genau 1,5x so viele, wie sog. Laufexperten empfehlen.

Der Clou der Geschichte ist natürlich der: Es kommt sehr wohl auf die Geschwindigkeit an. Ein Bekele joggte seine Ehrenrunden auch nicht extrem anfersend und mit 180 Schritten/Minute durch die Stadien, ebenso wenig Haile G. beim VCM in Wien, als er sich mit Paula R. gemeinsam am roten Teppich trabenderweise feiern ließ. Also lassen sie sich nicht von irgendwelchen Leuten, die nur „Gutes“ wollen für Sie, beirren, und behalten Sie Ihren ureigenen Laufstil bei. Der resultiert nämlich eben auf der einen Seite aus der Geschwindigkeit, die Sie laufen (beachten Sie das mal und vergleichen Ihren nächsten sehr lockeren, langsamen Dauerlauf mit schnellen, harten Intervallen) und aus den biomechanischen Voraussetzungen, die Sie als ganz individuelles Wesen mitbringen.
Natürlich können Sie Ihren persönlichen Laufstil verbessern, an dieser Stelle oft erwähnt mit Hinweisen auf Lauf-ABC, Kräftigungsübungen für die Bein-, aber auch die Rumpfmuskulatur, usw. Gehören Sie jedoch nicht zur Elite der Läufer, die die Marathondistanz unter 2h30Min (Damen) oder unter 2h15Min (Herren) absolviert, befassen Sie sich am besten überhaupt nicht mit dem Thema Vorfußlaufen. Sollten Sie zu dem geringen Prozentsatz der Ballenläufer zählen, machen Sie sich aber auch nichts draus, denn wie gesagt, ihre individuelle Biomechanik spielt hier auch eine gewisse Rolle.

Eine Laufstil-Analyse im herkömmlichen Sinn hat natürlich schon ihre Berechtigung, nämlich dann, wenn „richtige“ Experten feststellen, ob Sie beim Laufen nach innen/außen kippen oder zu den sog. „Normalfußläufern“ zählen. Hier kann gutes Schuhwerk unterstützend und vor allem prophylaktisch, was Verletzungen angeht, eingreifen. Aber bitte lassen Sie sich keinen Schwachsinn einreden, es ist nämlich an und für sich bei den meisten Menschen so: Als Baby erlernt man irgendwann durch Nachahmung das Stehen, danach irgendwann das Gehen, irgendwann das Laufen. Viel natürlichere Bewegungen (auch Stehen ist eine Bewegung, die die Feinmotorik durchaus zu fordern weiß, denken Sie nur daran, wie schwierig Stehen nach dem Genuss alkoholhaltiger Getränke ist…) oder Fortbewegungsarten gibt es kaum. Krabbeln vielleicht, aber haben Sie schon mal „Experten“ gehört, die von einer "optimalen Krabbelfrequenz oder -technik" gesprochen haben?

Christian Kleber (MAS)

Link: www.MaxFun.cc

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