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Usain Bolt – der schnellste Mann der Welt geht in Pension

Ein paar Rechenbeispiele mit „hätte“ und wäre“

Acht Olympische Goldmedaillen und elf Goldene bei Weltmeisterschaften kann Usain Bolt sein Eigen nennen, falls ihm nicht noch die eine oder andere Medaille abhandenkommen sollte. Einer seiner Mitstreiter aus seiner 4x100-m-Staffeln könnte noch nachträglich des Dopings überführt werden.

Unglaubliche 9,58 Sekunden über 100 Meter und unzählige Male unter 10 Sekunden, 19,19 Sekunden über 200 Meter und zwei Weltrekorde für die Ewigkeit. Wahrscheinlich nicht, wobei man schon sagen darf, dass diese beiden Leistungen um ein paar Ecken schneller sind als die der Konkurrenz. Tayson Gay führt die Liste der Verfolger an, ist mit 9,69 Sekunden etwas mehr als ein Zehntel entfernt und wie beinahe alle der direkt hinter dem Jamaikaner Rangierenden wenigstens einmal erwischt worden.

Nicht so Usain Bolt, der eine vollkommen saubere Weste hat und sie auch hoffentlich bis in alle Ewigkeiten haben wird. Über die 200-m-Distanz kam dem schnellsten Läufer der Welt ein anderer Jamaikaner sehr nahe. Yohan Blake lief im September 2011 nur sieben Hundertstel langsamer, allerdings zum Vergleich beim Weltrekordrennen von Bolt mit 0,7m Rückenwind. In Berlin hatte Bolt sogar 0,3m Gegenwind gehabt im Jahre 2009.

Womit wir schon bei den etwas spekulativen Berechnungen wären, einige Sportwissenschaftler haben errechnet, dass der Popstar der Leichtathletik in Wirklichkeit fast bis 9,0s „hinunterlaufen“ hätte können – und zwar bei seinem Weltrekord selbst. Würde man ihm ein paar Hundertstel für seine nicht gerade phänomenale Anfangsphase samt Reaktionszeit abziehen und ihm den maximal erlaubten Rückenwind hinzu berechnen, kommt man den neun Sekunden doch schon recht nahe. Wäre man damals auf der maximal erlaubten Seehöhe von 1.000m gelaufen und hätte dadurch den Luftwiderstand reduziert, etc. - aber eben alles nur „wäre-hätte-Fahrradkette“. Es zählt natürlich „nur“ die Weltrekordzeit, die eben umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass der Jamaikaner als einer der wenigsten im Spitzenfeld der „Hunderter“ sauber war.

Dort, wo Usain Bolt hinkommt, herrscht ungläubiges Staunen, Ehrfurcht, absolute Stille – ein Zeigefinger auf den Lippen des Mannes, der knappe 44 km/h erreichen kann, genügt, um ganze Olympiastadien, gefüllt mit 100.000 Menschen, zum absoluten Schweigen zu bringen. Rechnet man wieder die paar Milliarden ZuseherInnen vor den TV-Geräten hinzu, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genauso still waren wie die Fans im Oval, so hat dieser Mann wohl gottähnliche Fähigkeiten – was aber nicht verwundern darf, er ist der aktuell schnellste Läufer auf Erden.

Sehr interessant wäre es wahrscheinlich gewesen, hätte Usain Bolt in den letzten Jahren auf die 400 Meter gewechselt. Immerhin kann man im Netz über einen 400er des Jamaikaners staunen, welchen er scheinbar locker in etwas über 45 Sekunden gewonnen hatte. Diesen Gefallen wird er uns aber wohl nicht mehr machen, ebenso wenig wie den, dass er ernsthaft Weitsprung betreibt oder zum Profifußball wechselt.

Viele Superstars seiner Sorte gibt es nicht. Fünfmal wurde Bolt zum Weltleichtathleten des Jahres gewählt. Viermal erhielt er den Laureus World Sports Award als Weltsportler des Jahres und zahlreiche andere Auszeichnungen. Würde man diese hier aufzählen könnte, würden sie sämtliche Rahmen sprengen. Genauso wie seine maximale Schrittlänge von 2,95 Metern, das schaffen viele Menschen nicht einmal im Weitsprung. Da wäre doch etwas anderes - mit lediglich 41 Schritten ins Ziel zu laufen – über die 100 Meter wohlgemerkt. So viele werden es wohl auch bei der heurigen Weltmeisterschaft in London sein, für die er sich bereits mit ein paar Auftritten über 100 und 150 Meter in Form gebracht haben zu scheint.

MaxFun Sports wünscht Usain Bolt auch für seine letzten Titelkämpfe nur das Beste.

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24.07.2017, 14:00:00
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