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Leichtathletik Weltmeisterschaften Halle – Portland

In Portland gab es einige Überraschungen

In den letzten Tagen gingen die Leichtathletik Hallenweltmeisterschaften in Portland quasi fast ohne österreichische Berichterstattung über die Bühne, was vielleicht zum einen daran liegen mag, dass die Beteiligung österreichischer Leichtathleten relativ gering war (Stephanie Bendrat aus Salzburg war als einzige Österreicherin am Start und erreichte im 60-m-Hürdensprint zumindest das Halbfinale, in dem sie nach 8,25s zwar ausschied, aber dennoch den beachtlichen 13. Gesamtrang erreichte), zum anderen, dass irgendwie generell wenig Interesse an einigen Sportarten bekundet wird – hierzulande, wohlgemerkt. So konnte man auch vom Radklassiker Mailand-San Remo, den der Franzose Arnaud Demare gewann, gerade mal eine Randnotiz entdecken, schade findet das zumindest der Autor, weil es ja doch eine erkleckliche Anzahl an laufenden und radfahrenden Wesen gibt in unserem Lande…

Zurück zu den Weltmeisterschaften von Portland, bei denen es doch einige Überraschungen gab. Die wohl größte war die Niederlage von Asafa Powell über 60m, der Jamaikaner hatte sowohl Vorlauf als auch Halbfinale mehr als dominiert, war beide Male mit 6,44 Weltjahresbestzeit und weit vor der Konkurrenz (her-)gelaufen, musste sich im Finale aber wieder einmal geschlagen geben; Trayvon Bromell aus den USA war dort 3 Hundertstel schneller gewesen. Ähnlich erging es der Supersprinterin aus den Niederlanden, Dafne Schippers (ihres Zeichens ua. 200-m-Weltmeisterin 2015, Peking) musste sich über die 60m nach schlechtem Start mit dem 2. Platz zufrieden geben, Hallenweltmeisterin wurde Barbara Pierre aus den USA, die gerade mal 0,02s schneller als die fliegende Holländerin gewesen war. Erst im abschließenden 800-m-Lauf entschied sich der Fünfkampf der Frauen, mit einem fulminanten Lauf knapp unter 2Min10s fing Brianne Theisen-Eaton, die Ehefrau von Zehnkampf-Weltrekordler Ashton Eaton, noch Anastasiya Mokhnyuk aus der Ukraine ab.

Im 3.000-m-Lauf hatte Wunderläuferin Genzebe Dibaba nach 1.200m genug, bis dahin war frau nur „gejoggt“ (Tempo ca. 3Min15/km), die Äthiopierin setzte sich spielerisch an die Spitze und lief von da an allen anderen davon. Nach 8Min47s gewann sie einmal mehr, die Doppel-Olympiasiegerin und –weltmeisterin über 5.000m, Meseret Defar, musste sich mit Silber begnügen. Mit welchem der selbsternannte Olympiasieger von Rio über 1.500m, Ayanleh Souleiman aus Dschibuti, wohl zufrieden gewesen sein dürfte. Im Vorfeld war der Hallen-Weltmeister von 2014 noch überzeugt davon gewesen, dass der Sieg nur über ihn laufen konnte. Der „3Min29s-Mann“ setzte sich im Finale sogleich an die Spitze, wurde dann aber gnadenlos überlaufen und nur Letzter, Sieger hingegen darf sich Matthew Centrowitz aus Maryland nennen, auf dem Podest fanden sich übrigens keine Läufer aus Kenia oder Äthiopien wieder. Die 3.000m bei den Herren gewann dann doch wieder ein Läufer aus Äthiopien, Yomif Kejelcha siegte knapp, aber doch, vor Ryan Hill aus den USA. Extrem couragiert lief der Amerikaner Boris Berian über die 800m, er setzte sich von Beginn an an die Spitze und lief den anderen „einfach“ davon, um als Solosieger in 1Min45,83 zu finishen, die nächste amerikanische Goldene also.

Ist da eine Wende in Sicht, sind die Läuferinnen und Läufer aus Afrika oder Jamaika nicht mehr so dominant wie in den letzten Jahren? Nun, man muss schon klar sagen, dass viele Athleten generell auf die Hallensaison verzichten oder sich nur einzelne Wettkämpfe herauspicken – wie z. B. Mo Farah, der sich beim Indoor-Meeting in Glasgow dieses Jahres zwar gewaltig „strecken“ musste, um über 3.000m erfolgreich zu sein, letztendlich gelang es aber doch. David Rudisha, Abdel Kiprop oder Almaz Ayana hat man heuer noch nicht allzu oft gesehen. Oder Usain Bolt…aber Rio kommt erst, und DORT wollen die Topstars glänzen, das dürfte auch klar sein…

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22.03.2016, 18:00:00
Foto: MaxFun Sports

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