MaxFun Sports Laufsport Magazin

Sports addicted, oder wenn Sport zur Sucht wird

10.11.2009, 12:00:00
Foto:
© MaxFun.cc

Selbst wenn man krank ist, trainiert man so lange weiter, bis man tatsächlich erhöhte Temperatur oder gar Fieber hat.

Die Übergangsperiode, in der man tunlichst weniger und eine Zeitlang gar nichts machen sollte, um leere Energiespeicher (und damit sind weder Kreatinphosphat- noch Kohlenhydratspeicher gemeint) wieder aufzufüllen, wird zur Qual. Ein trainingsfreier Tag ist (beinahe) unmöglich. Selbst wenn man krank ist, trainiert man so lange weiter, bis man tatsächlich erhöhte Temperatur oder gar Fieber hat. Sofort, wenn selbiges verschwunden ist, und sei es durch medikamentösen Einfluss, beginnt man wieder mit dem Training.

Man hat Sonntag vormittags eine längere, recht harte Einheit absolviert, hernach war man bei den Schwiegereltern zum Mittagessen eingeladen, bei dem man weder besonders viel noch besonders fett gegessen hat, sondern ganz normal, trotzdem hat man am Nachmittag das Gefühl, gleich ein paar Kilo zugenommen zu haben, und so trainiert man abends gleich ein zweites Mal.

Die Gespräche im Privatleben drehen sich nur noch um Sport oder richtige Ernährung, die in der Firma auch. Der Freundeskreis rekrutiert sich nur noch aus sportlich Aktiven oder ebenfalls aus Leuten, die „sports addicted“ sind. Für das restliche Sozialleben ist das nicht gerade gesund, denn nach und nach verabschieden sich die, die „normal“ sind.

Absolviert man einen Wettkampf, wird jeder Kilometer genau analysiert, natürlich werden die Daten in den Computer überspielt, wo man in 5-Sekunden-Intervallen seine Leistung kontrollieren kann und dies auch tut! Wer gar zu der Spezies der Triathleten gehört, hat selbstverständlich einen Watt-Leistungsmesser installiert, der permanent den exakten Leistungsstand übermittelt.

Der Trainer oder die Trainerin gibt Vorgaben, die man tunlichst genau einhält. So wird jedes Trainingslager zur Farce. Man fährt zwar in einer großen Gruppe hin, dort angekommen verabschiedet sich aber jeder von den anderen und zieht ohne mit der Wimper zu zucken sein individuelles Programm durch. Auch wenn es sich vielleicht nur um 2, 3 Sekunden/km von dem des Zimmergenossen unterscheidet. Da kaum noch ein Triathlet der neueren Generation Windschatten fahren kann (außer dann im Wettkampf), da er ja stets in der Aeroposition fahren muss, kann auch nicht in der Gruppe ausgefahren werden, zu gefährlich und zu unterschiedlich die Leistungen. Man merkt trotz hinreichenden Analysierens beim Abendessen gar nicht, dass alle anderen exakt die gleiche Route gefahren sind und dabei fast genauso lang oder kurz gebraucht haben wie man selbst. Aber eben nur fast!

Gemeinsame Trainingsläufe oder –wanderungen (schnell durchgeführt) auf Berge (z. B. im Süden von Wien) sind ebenso unmöglich. Zwar reist man, wenn es die jeweiligen von den Trainern gegebenen Startzeiten zulassen, gemeinsam an, man muss wohl nicht erwähnen, worüber im Auto gequatscht wird, aber schon beim Aussteigen geht jeder – im wahrsten Sinne des Wortes – seinen eigenen Weg. Ebenfalls nicht erwähnenswert, dass ohnehin fast alle gleich lang hinauf brauchen, aber die exakte eingehaltene, weil vorgeschriebene, Pulsfrequenz ist viel wichtiger als das Gespräch mit dem, der vorher noch neben einem im Auto gesessen war.

Tja, und so wurde aus ein paar Abenteurern, die vor einigen Jahrzehnten mit Marathon oder Triathlon begonnen haben, eine etwas sonderbare Spezies. Sports-addicted, computer-addicted, controll-addictet, no communication! Außer mit dem Bildschirm, dem Navi, der Pulsuhr, dem Leistungsmesser…

C.K

Link: www.WomanMaxFun.com

MaxFun Sports
Themen
Vienna City Marathon
Vienna Night Run
Salzburg Marathon
Graz Marathon
Spartan Race
Red Bull 400
Frauenlauf
Business Run
Strongmanrun
B2Run
Firmenlauf

Wir informieren und unterhalten Sportler, Sportinteressierte und Veranstalter. www.maxfunsports.com gibt es seit 1999 und ist die führende österreichische Laufsport Plattform.