MaxFun Sports Laufsport Magazin

Bei km 26 der ganz große Coup

12.08.2009, 12:00:00
Foto:
Jungfrau Marathon 2009

Zuerst die schlechte Nachricht, der Jungfrau-Marathon 2009 ist ausgebucht.

Jetzt die gute; Sie haben etwas mehr als ein Jahr Zeit, um sich auf diesen beeindruckenden, aber gleichzeitig sehr schweren Marathon vorzubereiten, doch sollten Sie sich rechtzeitig anmelden, denn auch der wird bald ausgebucht sein, zumal er auf 4.000 TeilnehmerInnen limitiert ist. Alle weiteren werden auf eine Warteliste gesetzt, wenn jemand der Angemeldeten nicht rechtzeitig zahlt, wird einer von der Warteliste automatisch nachgereiht.  

1.829 Höhenmeter Steigung und 305 Höhenmeter Gefälle warten auf alle TeilnehmerInnen, eingebettet in die wohl traumhafteste Kulisse, die sich naturverbundene MarathonläuferInnen vorstellen können. Eiger, Mönch und Jungfrau bieten ein Panorama, das einem die Gänsehaut über die schmerzenden Muskeln nur so hinzaubern wird. Läuft man die ersten 10 km noch flach, als wär´s ein Städtemarathon, folgt bei der uralten Holzbrücke von Wilderswil der erste ruppige Anstieg. Doch alleine der Name und die Vorstellung an diese Überbrückung von reißendem Eiswasser entschuldigen den rasend-hohen Puls.  

Bei km 26 der ganz große Coup; auf 26 Serpentinen erreicht man Wengen (ja, Wengen aus dem Ski-Weltcup!), sieht in seinen marathonisierten Wahnvorstellungen vielleicht noch einmal Bernhard Russi oder Franz Klammer im 42 Grad steilen Zielschuss, und dann geht´s wirklich los; 30 km in den Beinen und noch 1.000 Höhenmeter vor sich! Mettlenalp, Wengernalp, Baumgrenze und ein Panorama, das den letzten noch verbliebenen Sauerstoff raubt; saftige Weiden, schroffe Felsen, Gletscher und die höchsten Eiswände der Alpen. Die Jungfrau achtet stets darauf, wo man hinsteigt, und das gibt Kraft, ist sie doch mit dem Matterhorn und dem Mont Blanc wohl einer der berühmtesten Gipfel von Europa. Am Schluss, bei km 40, wie sollte es anders kommen, der Höhepunkt, die viel besungene Moräne, schließlich, nach einem kleinen Abstieg (! Ja, hinunter), das Ziel!

3h39Min war Simona Staicu aus Ungarn 2008 unterwegs, sie hat damit die Damenklasse gewonnen. Damit war sie etwas mehr als 1h10Min langsamer als bei ihrer Marathon-Bestzeit, die sie beim Mailand-Marathon 2002 aufgestellt hat. Noch Fragen? Der schnellste Mann 2008 war übrigens Hermann Achmüller aus Italien mit 3h03Min!

Sollten Sie unter Umständen nicht zu den Elite-MittelstreckenläuferInnen zählen, werden Sie wohl auch nicht eingeladen werden zur sog. „Traummeile“, die am Tag vor dem Marathon stattfindet. Zuschauen lohnt aber seit jeher, hat doch der Engländer Roger Bannister am 6. Mai 1954 dort als erster Mensch überhaupt die Traumzeit von 4 Minuten über diese bösen 1.609 Meter unterboten. Dass dies auch in der heutigen Zeit nicht ganz einfach ist, beweist die Tatsache, dass dem Tagesschnellsten, so er unter dieser ominösen Zeitgrenze bleibt, ein Bonus von 3.000 CHF winkt. Überhaupt ist dieses Rennen einzigartig, Männer und Frauen starten beinah gleichzeitig, das vermeintlich „schwächere Geschlecht“ exakt 30 Sekunden vor dem vermeintlich „stärkeren“, SiegerIn ist, wer als Erster durchs Ziel läuft! Das nenn ich Gleichberechtigung! Oder…?!

Allein vom Durchlesen der Marathon-Informationen und beim Bestaunen der einmaligen Panoramabilder wird einem der Mund dermaßen wässrig gemacht, dass man fast nicht anders kann als sich so rasch wie möglich für 2010 anzumelden, Kurzurlaub mit Wandern, Staunen, Wasser, Milch, Käs und Kuh inkludiert.

Unter www.jungfrau-marathon.ch/ finden Sie alles, was Sie sonst noch wissen wollen – über diesen Marathon natürlich. Den Rest finden Sie nächstes Jahr knapp unter der viel besungenen „Moräne“, dort werden Sie auf sich selbst und sonst nichts reduziert sein!

Christian Kleber (MAS)

Link: www.jungfrau-marathon.ch

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