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Michael Phelps und Usain Bolt sind Superstars

08.08.2012, 12:00:00
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Bolt und Phelps sind - abgesehen von ihrer sonstigen phänomenalen Konstitution - koordinative Wunder.

Warum? Na, weil der eine mehr olympische Medaillen gewonnen hat als ganz Österreich jemals zusammen (gewinnen wird?), der andere, weil er mit bislang 4 Goldenen und ungeheuren Fabelzeiten über 100 und 200 m einfach der schnellste Mensch auf zwei Beinen ist. Ganz einfach. Sonst unterscheiden sich die beiden Athleten aber doch recht deutlich, zumindest heute. Als Kinder noch relativ ähnlich gewesen, der eine ein Zappelphilipp, dessen Mutter verzweifelt Ärzte um Rat gefragt hatte. Die Antwort lapidar, sie solle ihn weiter zappeln und rennen und sonst was lassen. Der andere ADHS-ler. Wenn österreichische Kinder unter diesen „Symptomen“ leiden, rennen Mami und Papi zum Arzt, bekommen Medikamenten-Hämmer für die Kleinen, und schon sind sie ruhig. Heimat bist du großer Hämmer…wer weiß, wen wir nicht alles hätte „ohne“.

Usain Bolt ist Showman, wirkt immer unheimlich locker, souverän, überlegen. Fast schon ein wenig zu locker, doch die Erfolge geben ihm so was von Recht! Michael Phelps hat ungleich mehr gewonnen als Bolt, ist der schnellste Mensch des kühlen Nass, der beste Schwimmer aller Zeiten. Viele sagen, dass es nie wieder einen besseren geben wird, einen, der mehr Medaillen holen wird als er. Bei einer Anzahl von satten 22 durchaus denkbar. Allerdings ist Phelps nicht unbedingt ein Mann der Kameras, fast ein bisschen scheu, und dennoch hat er riesigen Erfolg.

Es gibt ihn also nicht, DEN Siegertypen, den, der unheimlich aggressiv sein muss, um kurz seine maximal mögliche Leistung abrufen zu können. Der eine ist extrovertiert, der andere intro. Und das ist auch gut so, sonst könnte man ja jedem Individuum knapp nach seiner Geburt sagen, was es werden wird. Oder – Zukunftsvision – schon vor der Geburt anhand des vorhandenen Genpools.

Was macht jetzt einen Superstar aus? Die beiden Schnellsten zu Lande und zu Wasser sind welche, keine Frage, wobei man Bolt nachsagt, er wäre noch eine Stufe höher in der Superstar-Skala anzusiedeln, er nähme sich sogar Kumpels aus dem Werfer- oder Gewichtheberlager, die ihn vor Autogrammjägern schützen. Diese rekrutierten sich wohlgemerkt selbst aus Olympiateilnehmern und -medaillengewinnern. Superstars haben dieses gewisse Etwas, diese Aura, diese Wirkung auf andere Menschen. Sie umgibt ein Schleier der Erhabenheit, fast schon etwas Göttliches (wobei Gott in uns allen wohnt, stets gegenwärtig ist, aber Sie verstehen, was gemeint ist?), sie sind (fast) unantastbar, so wie einst Achill.

Allein der Blick, die Augen, mehr braucht es nicht, um dies zu erkennen. Jede einzelne Bewegung, jede Muskelanspannung grazil, grandios, perfekt. Bolt und Phelps sind - abgesehen von ihrer sonstigen phänomenalen Konstitution - koordinative Wunder. Beobachtet man diese beiden etwa beim Aufwärmen oder ihrer Tätigkeit selbst, erkennt man sofort, dass sie um einen Tick - eben um diesen Tick - besser sind als alle anderen. Sämtliche Muskelkontraktionen funktionieren geschmeidiger, fließender, egal, ob sie nur gehen oder laufen, stehen oder durchs Wasser gleiten.

Einst hatte man die Olympischen Spiele den Göttern gewidmet, heute werden Götter "produziert", die man den Zusehern widmet. Wohin die Reise geht, ob man jemals unter 9 Sekunden laufen wird, 100 m unter 40 s schwimmen kann, den Marathon unter 2 h rennt; all das steht in den Sternen weit hinter dem Olymp, dort, wo Mister Bolt und Mister Phelps herkommen.

Christian Kleber (MAS)

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