MaxFun Sports Laufsport Magazin

Fettensteuer - die neueste Idee, den Fettleibigen den Garaus zu machen?

08.03.2012, 12:00:00
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© Gerd Altmann/PIXELIO

Besonders fettes Essen, besonders zuckerhaltige Speisen und Getränke, kurzum alles wirklich Ungesunde, soll höher besteuert werden, damit es nicht so oft verzehrt wird.

Besonders dicke Menschen müssen bei verschiedenen Fluglinien mehr für ihre Tickets bezahlen, weil sie auch mehr Platz brauchen. Klingt zwar hart, aber irgendwie logisch (vice versa müssten besonders Dünne dann logischerweise weniger bezahlen, so ganz logisch ist das Ganze eben doch wieder nicht). Besonders dicke Menschen haben im Durchschnitt eine geringere Lebenserwartung, werden öfter krank, sind weniger arbeitsaktiv und generell weniger aktiv. Wissen wir alles.

Weiters wissen wir, dass unsere Kinder im Durchschnitt immer dicker werden. Weil sie sich falsch ernähren, wenig bis gar nicht bewegen und den ganzen Tag Computer spielen. Wir leben es ihnen aber auch besonders toll vor. Und verkaufen ihnen den ganzen Mist, brauchen uns also nicht zu wundern. Die neueste Idee, den Fettleibigen den Garaus zu machen, scheint auf den ersten Blick gar nicht so unbrauchbar. Besonders fettes Essen, besonders zuckerhaltige Speisen und Getränke, kurzum alles wirklich Ungesunde, soll höher besteuert werden, damit es nicht so oft verzehrt wird. Damit die Leute nicht so dick werden und keine finanziellen Gefahren für die Volkswirtschaften darstellen. Damit sie zufriedener und ausgeglichener sind. Damit überhaupt alle wieder glücklich sind.

So stellt man sich das da und dort vor, Stimmen dagegen mehren sich aber. Und das ist gut so. Denn wenn man beginnt, ungesundes Essen und Trinken höher zu besteuern, müsste man folglich und logisch richtig auch alles andere, was „ungesund“ ist, höher besteuern. Doch was ist „ungesund“, und vor allem, wer entscheidet, was „ungesund“ ist? Politiker, die selbst den lieben langen Tag im Parlament sitzen und die freie Natur nur noch aus Sagen und Märchen kennen? Selbsternannte Ernährungsspezialisten, die in der langen Kette des Aufstiegs nicht stecken geblieben sind und jetzt von oben herab erklären dürfen, was richtig und was falsch ist? Bald würden diese Herrschaften draufkommen, dass übermäßiges Laufen auch nicht gerade gesund für die Gelenke ist, dass jedes Wochenende ein, zwei Wettkämpfe nicht gerade das Non-Plus-Ultra für die Gesundheit darstellen. Dass der allerorts betriebene Medikamenten- und Dopingmissbrauch in der Hobbysportszene durchaus in die Depression und in den Tod treiben kann. Dass mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag nicht das Gelbe vom Ei sind. Dass Wohnen in Gegenden, in denen Flugzeugschneisen direkt über dieselben führen, nicht gerade lebensverlängernd ist. Dass langes Sitzen am Computer zu fürchterlichen Rückenproblemen führen kann, und die kosten unter Umständen verdammt viel Geld. Und, und, und. Jeder und jede wäre (höher) zu besteuern, ohne dass er/sie überhaupt etwas machte. Alles und jedes wäre höher zu besteuern, weil alles und jedes in bestimmten Situationen „ungesund“ ist. Doch halt, ist dem nicht ohnehin gerade so, wird nicht ohnehin durch rigide, pardon, rigorose Sparmaßnahmen höher und höher besteuert? Na eben, also nicht aufregen, Zukunft findet statt!

Schwenk. Besteuert man besonders fett- und zuckerhaltige Speisen und Getränke fortan höher, so nimmt man den Menschen noch etwas: den Mut zur Selbstverantwortung, zur Selbstreflexion und zum Nachdenken. Es kann nicht sein, dass von der Allgemeinheit verlangt wird, dass man kleine Kinder zu kritischen Konsumenten erziehen soll, und auf der anderen Seite wird einem dann vom Staat vorgeschrieben, wie man zu leben, zu essen und zu trinken hat. Denn genau das hätte man mit einer Steuererhöhung in diesem Bereich ja vor. Man will die Menschen zwingen, gesündere Sachen zu kaufen, weil die „ungesunden“ zu teuer sind. Abgesehen davon, vielleicht soll es ja so sein, vielleicht liegt der Sinn des Lebens ja gerade im immer Dicker-Werden, wer weiß? Ohnehin laufen viele planlos herum und sind auf der Suche nach irgendetwas. Noch ein paar Zahlen gefällig? 1,4 Milliarden Menschen sind zu dick oder gar fettleibig, 1 Milliarde Menschen (ver-)hungert gerade. Prost, Mahlzeit

Christian Kleber (MAS)

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