MaxFun Sports Laufsport Magazin

Sonne, Mond und Sterne

23.06.2008, 12:00:00
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Man schrieb den 29. Februar 1504. Christoph Columbus war verärgert über verschiedene Verhaltensweisen der Eingeborenen.

Deshalb erklärte er Ihnen, seinem Gott missfalle es, dass die Häuptlinge seiner Mannschaft die Nahrung verweigerten und zur Strafe werde er ihnen den Mond wegnehmen. Am selben Abend als die Sonne sank, stieg am östlichen Horizont wie gewöhnlich der Mond empor. Doch rund eine Minute später waren die Eingeborenen vor Entsetzen wie gelähmt, als der Mond sich plötzlich wieder zu verdunkeln begann und schließlich nur als Schatten seiner selbst auszumachen war.

Dieser Schock bewegte die Häuptlinge dazu, Columbus alles zu geben, was er begehrte, wenn dieser nur bereit wäre, ihnen den Mond wieder zurückzugeben. Aufgrund dieser Bitten zog sich Columbus zur Beratung mit seinem Gott zurück, musste er doch Zeit gewinnen, weil er genau wusste, dass die von ihm voraus berechnete Totalverfinsterung des Mondes ca. eine Dreiviertelstunde dauern würde. Erst dann ließ er Gnade walten und der Mond durfte zurückkehren.

Heutzutage würde wohl kaum jemand mehr auf eine derartige Finte hereinfallen bzw. sich davon beeindrucken lassen. Die Gesetze der Himmelsmechanik sind mittlerweile ausreichend bekannt und kein Mensch denkt mehr an göttliche Gewalten. Dem gegenüber steht aber immer noch das sehr große Interesse an Horoskopen, Vorhersagen und Wahrsagern, die sich oftmals auf irgendwelche bestimmten Himmelskonstellationen berufen. In den allermeisten Fällen lassen sich Menschen von völlig irrationalen Begründungen beeindrucken und hören auf Scharlatane, die nichts mehr tun als unhinterfragt schnell erworbenes Halbwissen weiterzugeben. Ungeachtet jeder Vernunft ist man beruhigt, wenn das Horoskop – vorgeblich die Sterne – Gutes verheißen.

Was aber, wenn angeblich nicht Positives, sondern Negatives bevorsteht oder Vorhersagen beginnen, Einfluss zu nehmen? Was wenn sich einer der selbsternannten Vorhersager dazu versteigt, jemandem in Beziehungsfragen Ratschläge zu geben oder die Berufswahl beeinflusst? Spätestens dann wird die ganze Sache, die man an sich vielleicht belächeln könnte so lange niemand dabei Schaden erleidet, aber mehr als problematisch und vergleichbar mit frühen Verhältnissen. Bereits in steinzeitlichen Kulturen hatte eine bestimmte elitäre Kaste sternkundiger Schamanen oder Priester ihr Wissen auch zur Vermehrung ihrer Macht missbraucht, indem sie sich das magische Denken ihrer Zeitgenossen zunutze machte.

Die heutigen „Schamanen“ vermehren zwar weniger ihre persönliche Macht aber anstatt dessen ihren persönlichen Besitz. Nichts Verbotenes an sich, schließlich wird mit ganz anderen Dingen Geld verdient, die noch viel mehr zu hinterfragen wären. Dass aber magisches Denken und Aberglauben mitten in neurotisches Verhalten führen kann, sollte mitgedacht werden. So lange das Lesen von Horoskopen oder das Legen von Karten nicht mehr als ein Jux ist, mag jeder tun, was er tun möchte. Wer sich aber von Horoskopen oder Vorhersagen so weit beeinflussen lässt, dass er sein Verhalten teilweise danach bestimmt, macht sich unfrei und abhängig, gibt seine persönliche Verantwortung an unbestimmte Autoritäten ab und wird zum Freiwild für jede Bauernfängerei!

Dr. Günter Heidinger

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