MaxFun Sports Laufsport Magazin

Mehr oder weniger?

21.10.2007, 12:00:00
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Die Laufsaison geht langsam zu Ende, vielleicht wartet noch ein halber oder auch ganzer Marathon auf Sie, dann aber gilt es wieder einmal zurück zu schauen, Bilanz zu ziehen über das abgelaufene Sportjahr und nach einer Regenerationsphase stellt sich mit Sicherheit so mancher recht bald wieder einmal die vertraute Frage: Wie werde ich bloß schneller?

Endlos sind die Diskussionen, unzählig die Beiträge und Anweisungen in Sportmagazinen bzw. einschlägigen Sendungen. Hinter jeder „Laufecke“ wartet ein, meist selbsternannter, Experte, der weiß wie es denn nun wirklich funktioniert, dass man schneller wird. Gute Tipps gibt es wie Sand am mehr, wenngleich sich die Debatten auf einige wenige Punkte reduzieren ließen. Ein Thema aber findet sich immer wieder und schafft es wie kaum ein anderes, die Laufgemeinde zu polarisieren: Die Frage nach dem passenden Trainingsumfang.  

Während die Tendenz in den letzten Jahren deutlich in Richtung Umfangsteigerung geht, gibt es umgekehrt auch heute noch Vertreter des mittlerweile in die Jahre gekommenen Grundsatzes: „Weniger ist mehr!“ Verfolgt man hingegen die Aussagen von Spitzenläufern, so kann einem angesichts der von diesen absolvierten Kilometern durchaus schwindlig werden. Neoweltrekordler Haile Gebrselassie etwa spricht in einem Interview von rund 230 Wochenkilometern.  

Selbstverständlich kann auch der Hobbyläufer von den Profis lernen, die Gefahr liegt jedoch im unreflektierten Nachahmen der Trainingsmethoden, Intensitätsangaben und Trainingsumfänge. Solche Angaben dürfen bestenfalls als Richtlinien dienen und müssen unbedingt auf die individuelle Sportlerpersönlichkeit umgelegt werden. Nicht für jeden sind 50 oder auch 100 Laufkilometer pro Woche genug, für manchen aber schon mehr als zu viel.  

Unerlässlich bei der Planung des richtigen Kilometerausmaßes ist die Berücksichtigung einiger grundsätzlicher Faktoren. Bevor Sie also Ihren Umfang erhöhen, stellen Sie sich folgende Fragen: Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung? Wie viele Trainingsjahre liegen hinter mir? Wie viel an Training bereitet mir überhaupt Freude? Bleibt ausreichend Zeit für Regeneration, Alltag, Familie, Beruf oder muss ich alles erzwingen? Verträgt mein Bewegungsapparat eine hohe Zahl an Laufkilometern?

Kommen Sie zu der Entscheidung, dass es Ziel führend sein kann, mehr zu laufen, ohne den Spaß daran zu verlieren und vor allem ohne die Gesundheitzu gefährden, dann gehen Sie vorsichtig ans Werk. Steigern Sie keinesfalls um mehr als 5-10 % und beobachten Sie genau wie Ihr Körper reagiert. Am Wichtigsten allerdings ist, dass Sie ganz genau darauf achten, nicht Quantität vor Qualität zu setzen, heißt, dass es überhaupt keinen Sinn macht, mehr zu laufen und gleichzeitig permanent langsamer zu werden. Sie brauchen auch flotte Kilometer. Oft aber können gerade solche schnellen Einheiten kaum mehr absolviert werden, weil der Körper von den zu hohen Umfängen einfach zu müde ist. Je nach Trainingsperiode sollten Sie zumindest 10-15% Ihres Trainingsumfanges mit höheren Intensitäten verplanen.  

Gleich zu welcher Entscheidung Sie aber auch kommen mögen, müssen Sie eines ganz besonders im Auge behalten: Laufen bringt derart viele Vorteile und positive Aspekte in Ihr Leben, von denen die Leistungssteigerung nur eine einzige ist – mit Sicherheit aber nicht die wichtigste. Wenn Ihr Denken nur mehr um die Bestzeit kreist und Sie die Freude am Laufen dadurch immer mehr verlieren, schieben Sie eine Periode ein, während der Sie nicht mehr auf die Uhr blicken, sich nicht mehr mit Umfängen belasten, sondern einfach nur laufen – häufig kommt danach eine Steigerung von ganz allein.  

Dr. Günter Heidinger
g.heidinger@maxfun.at

MaxFun, Dr. Günter Heidinger

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