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Dr. Wolfgang Erhart - der ultratriathlonierende Notar

08.08.2009, 12:00:00
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Dr. Wolfgang Erhart

Ihr kleiner Schreiberling war wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sprich 1994 in Grenoble, um live zu erleben, wie Wolfgang Erhart die 33 Stunden knackte – Weltrekord!

Wenn man in Österreich vom Triathlon spricht, fällt irgendwann der Name Sepp Resnik, ist vom Ultratriathlon die Rede, kommt man um Dr. Wolfgang Erhart (in der Folge WE genannt) nicht herum. 

Den 1961 geborenen Steirer kann man getrost als ein Wunderkind bezeichnen. Was er angreift, wird zu Gold, was er anfängt zieht er auch durch, konsequent, beinhart, bis zum Happy End.  

Nach den üblichen schulischen Ausbildungen begann das Jus-Studium, das er im Eiltempo mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. In der Freizeit schnallte WE die Langlaufschier an und entdeckte so die Liebe zum Sport allgemein und zur Ausdauer im Besonderen. In der schneelosen Zeit wurden die Schi weggestellt und es wurde nur gelaufen.

Dann begann die Triathlon-Zeit, WE wurde hellhörig, „da muss ich dabei sein!“ Und die Vorhaben wurden penibel umgesetzt, akribisch trainiert, kein Klassiker ausgelassen; Podersdorf, Roth und natürlich die Mutter Hawaii. Dazu kamen noch über 100 Marathons, davon allein zehn Teilnahmen in Wien, vielfach nur als „Trainingsläufe“.  

WE's Training ist ja ein eigenes Thema: Nachdem er auch Doppel- und Triple-Triathlon ins Auge fasste, gestaltete sich ein Trainingstag ungefähr so: Den Weissensee durchschwimmen, dann zum Millstättersee radeln, diesen durchschwimmen, weiter per Rad oder laufend zum Ossiachersee, richtig, schwimmen, und wieder radelnd oder perpedes zum Wörthersee. Zu diesem Trainingsumfang wurde noch studiert, und damit der 18-Stunden-Tag auch ausgefüllt ist, hat er noch Fagott spielen gelernt.

WE begab sich sodann auf den Weg: zweimal Doppeltriathlon in Alabama, viermal beim Dreifachen in Grenoble (zur Verdeutlichung will heissen: 11.4 Km Schwimmen, 540 Km Radfahren, 126.6 km Laufen). Ach ja, nebenbei hat WE noch französisch gelernt, um in Grenoble nicht nur sportlich sondern auch rethorisch brillieren zu können. Ein absoluter Vollprofi!  


© MaxFun.cc: Dr. Wolfgang Erhart in Wörschach 2009

Ihr kleiner Schreiberling war wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort, sprich 1994 in Grenoble, um live zu erleben, wie WE die 33 Stunden knackte – Weltrekord!!! Na, da haben sich die ehrgeizigen (und manchmal nicht ganz fairen) Franzosen aber sauber gegiftet, dass da dieser Autrichien alle geputzt hat. Vor allem das Wie war mehr als beeindruckend. Schon beim Schwimmen waren die Unterschiede zwischen Siegern und Verlierern klar zu erkennen. So effizient wie WE ist keiner geschwommen, mit minimalstem Kraftaufwand den höchsten Ertrag zu erzielen, seine Motorik ist einfach unglaublich. Die 540 Kilometer am Rad waren überhaupt kein Thema, trotz des hügeligen Rundkurses, niemand weiss mehr, wie oft er den Berg erklimmen musste.  

Das hiess: Riesenvorsprung auf der 2-Km-Laufstrecke, über 60 Runden waren zu bewältigen. Bis der Zweitplazierte vom Rad stieg, hatte WE schon an die 10 Runden absolviert, liess sich dann Zeit und Musse, um Kraft zu sparen, der Franzose holte Runde um Runde auf, und als der Vorsprung nur mehr vier Runden betrug, lief der vermeintliche Schwächling WE mit dem übermotivierten Franzosen im Gleichschritt dahin, immer schön neben ihm. Bis der dann seinen Irrtum einsah und daran zerbrach, sich nicht mehr absetzen zu können. Solch eine Taktik funktioniert natürlich nur mit einem unglaublichen Selbstvertrauen und der Motivation der Siegesgewissheit. Schreiberling hat WE auf der Laufstrecke teils radelnd, teils laufend, begleitet. Da hörte er dann so Bonmonts wie: „schau, wie der daherhatscht“ oder „was will denn der da gewinnen“, „mit die Haxen rennt der“, usw. usw. Da fragt man sich schon, wer soll einen mit so einer Mentalität besiegen?  

Und als dann die Weltrekordzeit zur Gewissheit wurde, und überhaupt die letzte Runde und Zieleinlauf, das waren auch für ihren Schreiberling unvergessene Momente (Ganslhaut!)  

Nach dieser fabelhaften Leistung war natürlich die Luft draussen, WE gönnte sich eine Auszeit vom Hochleistungssport. Trieb sein Notariat voran, hat seit 15 Jahren eine eigene Kanzlei in Schladming.  

Auch das Familienleben sollte nicht zu kurz kommen, Tochter und Sohn sind heute 14 und 15 Jahre alt, und waren heuer mit acht Freunden in Wörschach als Megastaffel 24 Stunden mit grosser Begeisterung unterwegs.  

WE, der alte Fuchs, konnte es natürlich nicht lassen, es juckte zu stark, und vor zwölf Jahren kam es zum Comeback beim Kärnten-Ironman, den er mittlerweile auch schon wieder dreimal absolviert hat, in beachtlichen 9.36 Stunden.  

Einmal Triathlon – immer Triathlon.  


P.H

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