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Vom Kabarett zur Philosophie – Alf Poier

02.10.2008, 12:00:00
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Konventionelle Fans des Kabarettisten Alf Poier werden bei seinem neuen Programm einen Alf erleben, der auf irgendeine Art und Weise gewandelt ist.

Wer sich von Poiers „Satsang“ den häufig völlig außer Rand und Band geratenden Alf erwartet, der über die Bühne springt, kriecht, läuft und dabei auf eine zwar tiefgründige aber dennoch sehr humorvolle Art seine Fans zum Lachen bringt, wird gerade das nur ansatzweise erleben. Freilich gibt es die gewohnten Poier „Auszucker“, etwa wenn er über die Kunst philosophiert und den bösen Kunstteufel hervorholt, der das Publikum attackiert, dazwischen aber wirkt Alf fast ruhig, sehr melancholisch und immer deutlicher philosophisch, erzählt von seinen Gedanken, reflektiert über Bewusstsein, Scheißdreck und Kunst.

Vor allem die philosophische Seite des Alf Poier wird aber mehr und mehr spürbar, kommt direkter und ist mittlerweile gar nicht mehr zu übersehen. Von der Erkenntnistheorie über Kunstphilosophie bis zur Religionsphilosophie, Poier scheint sich über alles den Kopf zu zerbrechen, um dann sehr tiefgründige Überlegungen oder Statements abzugeben, die er danach freilich gleich wieder relativiert und verwirft. Sogar die Erleuchtung möchte er derweil wieder loswerden, freut sich darüber, dass sich in Indien Pamela Anderson am gleichen Altar mit christlichen und hinduistischen Motiven findet und zieht seine Schlüsse daraus – Religion ist nichts, zumindest für Poier nicht.

Besonders aber in seinen Liedern wird die philosophisch-melancholische Seite am deutlichsten. Wer sich an Alfs Auftritt beim Songcontest erinnert und jetzt die Songs des gereiften Alf hört, wird sich wundern. Nichts ist mehr mit kleinen Haserln und kurzen Naserln, Alf philosophiert sogar in den Liedtexten und wirkt fast weise geworden. Das was er zu sagen hat, sagt er zwar auf seine Weise, distanziert sich von Religionen, Gurus und selbsternannten Lehrmeistern, wirkt aber gerade deshalb wie ein solcher, allerdings als einer, der nichts zu sagen vorgibt, gerade deshalb aber mehr zu sagen hat, als der Großteil jener Gurus oder Meister.

„Satsang“ ist nur mehr stückweise Kabarett, „Satsang“ ist philosophieren auf spannende, humorvolle Art. „Satsang“ macht aber auch nachdenklich und sentimental und wenn im klassischen Kabarett zumeist und in erster Linie das Lachen den Hintergrund bildet, so spürt man in Poiers Programm mehr Betroffenheit, ist erstaunt über die direkte Art wie Alf auf der Bühne mit seinem Publikum kommuniziert und mit Sicherheit werden viele wesentlich mehr nachdenken als nach seinen früheren Programmen.

Alf Poier erzählt uns zwar, dass er immer der Kasperl bleiben möchte aber wie der Hofnarr, der dem König Dinge sagen durfte, die kaum einem anderen zustanden, darf Alf uns Gedankengänge mitteilen, die beinahe wehmütig machen. Aus dem oft grenzwertig blödelnden Kasperl ist ein noch sympathischerer Alf geworden, der tatsächlich eine Botschaft zu vermitteln hat. Nicht zu Unrecht hat er sich selbst ja zu einem solchen Botschafter für Bewusstsein, Scheißdreck und Kunst ernannt.

Mehr Infos zu seinem Programm: http://www.alfpoier.at/

Dr. Günter Heidinger

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