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Neid – invidia

19.10.2007, 12:00:00
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Der Neid der Menschen zeigt an, wie unglücklich sie sich fühlen; ihre beständige Aufmerksamkeit auf fremdes Tun und Lassen, wie sehr sie sich langweilen.

Es bleibt wohl selten jemandem im Laufe seines Lebens erspart, die eigenen Erfolge und Leistungen im Vergleich zu jenen der anderen Menschen verglichen zu sehen. Derjenige aber, der sich irgendwann auch zum sportlichen Wettkampf entschließt, hat sich diesen Vergleich zum „täglichen Brot“ gemacht; und auf kaum einem anderen Gebiet ist das Messen und Vergleichen derart unerbittlich und unveränderbar wie es bei der so genannten Ergebnisliste etwa eines Marathons oder anderen Laufes der Fall ist. 3:41 Stunden sind ohne wenn und aber schneller als 3:42, die etwaige Niederlage nicht zu leugnen.      

Dass hier der Neid ein nahezu unbegrenztes Gebiet vorfindet, leuchtet ein, ist doch nur eine geringe Menge von Sportlern tatsächlich auch derart gefestigt in ihrem Tun, dass sie die Leistung des Anderen auch ohne diesen zu beneiden zur Kenntnis nehmen können. Wenige sind in der Lage, einfach anzuerkennen, dass der oder die in der Ergebnisliste weiter vorne platzierten Läufer schlicht und einfach – zumindest an diesem Tag – besser waren.      

Erklärungen müssen her und solche finden sich zu Dutzenden: „Vielleicht hat er oder sie ja die Strecke ein wenig abgekürzt? Ist gar ein Stück mit der U-Bahn gefahren (seit der Einführung der Chipzeitmessung nicht mehr so leicht möglich)? Möglicherweise hatten die Konkurrenten aber auch lediglich einen besseren Trainingsplan oder bessere Tipps bekommen! Sicherlich aber haben die anderen Läufer mehr Zeit für ihr Training, mehr Zeit zur Erholung, trainieren schon viel länger und und und …“ Der böse Dämon des Neids treibt viele sogar derart weit, dass sie unerlaubte Hilfsmittel im Spiel zu sehen meinen – Doping ist in aller Munde. Man bräuchte ja bloß eine kleine Tablette zu schlucken und schon ist man um vieles schneller.      

Neid ist dem Menschen natürlich; dennoch ist er ein Laster und Unglück zugleich, können wir schon bei Arthur Schopenhauer nachlesen und aus diesem Grund sollten wir den Neid als den Feind unseres Glückes betrachten und möglichst nicht aufkommen lassen. Was ist denn schließlich so schlimm daran, das Bessere anzuerkennen? Wieso fällt es so schwer, zuzugeben, dass es immer Schnellere geben wird? Und vor allem: Wer sein Sportlerleben lediglich davon abhängig macht, besser bzw. schneller sein zu wollen, der wird hier mehr Unglück denn Glück finden: „Am Unsrigen wollen wir uns freuen, ohne zu vergleichen: Niemals wird einer glücklich sein, wenn es ihn quält, dass ein anderer besser ist.“  

Dr. G. Heidinger- g.heidinger@maxfun.at

 

Dr. Günter Heidinger

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