MaxFun Sports Laufsport Magazin

Spitzenzeiten, große Namen, Weltpremieren

22.12.2005, 12:00:00
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Die VCM-Story, Teil 2: Highlights aus der Geschichte des Vienna City Marathons in den 1990er Jahren.

Rund um den Jahreswechsel ist die Zeit, Bilanz zu ziehen. Anlass genug, einen Blick auf die Entwicklung des Vienna City Marathons zu werfen. Man kennt den VCM als größte Sportveranstaltung Österreichs. Man hat die beeindruckenden Bilder vom Start auf der Reichsbrücke vor Augen, mit über 20.000 Teilnehmern, internationalen Top-Läufern und begeisternder Atmosphäre. Die Anfänge haben selbstverständlich anders ausgesehen. Seit dem ersten Marathon im Jahr 1984 ist jedenfalls eine beeindruckende Tradition entstanden. Mehr als 20 Jahre lang hat der VCM österreichische und manchmal auch internationale Laufgeschichte geschrieben.

In den 1990er Jahren hat sich der Vienna City Marathon zu einem fixen Bestandteil im österreichischen Sport entwickelt. Läuferische Spitzenleistungen haben ebenso dazu beigetragen wie das wachsende Teilnehmerinteresse und die seit 1993 durchgeführte Live-Übertragung im ORF. Das Marathon-Jahrzehnt der 1990er im Zeitraffer: Von der ersten Siegerzeit unter 2:10 Stunden über große Namen der Laufszene bis zu einer Weltpremiere in der Zeitnehmung.

1990 – Die Traummarke ist gefallen
Gidamis Shahanga aus Tansania gelang in Wien mit 2:09:28 Stunden eine echte Top-Zeit. Nur in Boston und Berlin ist in diesem Jahr schneller gelaufen worden – ein toller Einstand für den neuen Rennleiter Johannes Langer. Auch bei den Frauen gelang ein neuer Streckenrekord: Ludmila Melicherova siegte in 2:33:18 Stunden. Die Teilnehmerzahlen entwickelten sich äußerst positiv: Über 4.000 LäuferInnen waren am Start, 3.901 erreichten das Ziel. Der Junior Marathon feierte mit 450 Kindern seine Premiere.

1991 – Tschechien voran
Mit Karel David und Ludmila Melicherova waren zwei Läufer aus der damaligen Tschechoslowakei voran. Der dreifache Wien-Sieger Gerhard Hartmann lag lange Zeit sogar auf Kurs zu einem österreichischen Rekord. Als Führender stürzte der Tiroler in der Rustenschacher Allee, verletzte sich am Oberschenkel und musste aufgeben.

1992 – Zweiter Streich von David
Schon am Start hatte es fast 20° C, und die Temperatur kletterte im Lauf des Rennes weiter. Überlegener Sieger war, wie schon im Vorjahr, der Tscheche Karel David. Co-Favorit Alfredo Shahanga kündigte ein „perfektes Rennen“ an, stieg dann jedoch bei der Halbmarathonmarke aus. Bei den Frauen sorgte Pasqualine Wangui für den ersten Wien-Sieg einer Läuferin aus Kenia.

1993 – Erstmals live im Fernsehen
Die zehnte Auflage des Marathons in Wien erlebte eine besondere Premiere, die seither entscheidend zur Popularität des Laufsports in Österreich beigetragen hat. Zum ersten mal wurde der Marathon live im ORF-Fernsehen übertragen, und das gleich 3 ½ Stunden lang. Carlos Patricio aus Portugal verhinderte mit einem Sololauf den dritten Erfolg von Karel David, bei den Frauen war die Norwegerin Bente Moe voran.

1994 – Nach Toilettenstopp zum Sieg
Mit dem Portugiesen Joaquim Silva und der Norwegerin Sissel Grottenberg kamen die Marathonsieger aus den gleichen Nationen wie im Jahr zuvor. Silva musste kurz nach der Halbmarathonmarke einen Toilettenstopp einlegen. Bei Kilometer 23 hatte er den Rückstand jedoch bereits wieder wettgemacht und holte schließlich noch über zwei Minuten Vorsprung heraus.

1995 – Weltpremieren: Chipzeitnehmung und Staffelmarathon Ein weiterer Meilenstein. Als erster Marathon weltweit hat der VCM die Zeitnehmung mittels Computerchips abgewickelt. Damals gingen dieser Entscheidung heftige Diskussionen voraus, heute ist längst ein internationaler Standard daraus geworden. Piotr Prusik und Helena Javornik siegten bei sehr warmen Temperaturen. Und eine weitere Premiere wurde gefeiert: Erstmals ging im Rahmen eines City-Marathons nach dem Vorbild der japanischen Ekiden-Bewerbe ein eigener Staffelmarathon über die Bühne. 251 Teams zu je vier Personen, die sich die Marathondistanz teilen, nahmen daran teil.

1996 – Schnee & Hagel
Nicht nur die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, sondern auch Schneefall, Sturm und Hagel machten dieses Rennen zur echten Härteprobe. Der Rumänin Aurica Buia gelang in 2:31:39 Stunden dennoch ein neuer Frauen-Streckenrekord. Nach diesem für Teilnehmer und Zuschauer unwirtlichen Bewerb am 14. April wurde der Marathon bei den zukünftigen Auflagen in den Mai verschoben.

1997 – Marathonstars in Wien
Erstmals gab es an diesem Tag über 5.000 Marathonfinisher in Wien (genau 5.912). Und zwei Große des Marathonsports hatten beim Vienna City Marathon ihren Auftritt. Ahmed Salah aus Djibouti, obwohl bereits 40, gelang bei den Männern ein umjubelter Sieg. Franziska Rochat-Moser, später Gewinnerin des New York City Marathons, erreichte Platz zwei hinter Tatjana Dzhabrailova aus der Ukraine. Nur fünf Jahre später kam die sympathische Schweizerin Rochat-Moser bei einem Lawinenunfall tragisch ums Leben ...

1998 – Zweimal unter 2:10
Seit 1990 war es keinem Athleten mehr gelungen, beim Vienna City Marathon unter 2:10 Stunden zu bleiben. Diesmal gelang dieses Kunststück gleich zwei Läufern. Moges Taye aus Äthiopien drückte den Streckenrekord um sieben Sekunden auf 2:09:21 Stunden. Der Pole Grzegorz Gajdus legte in 2:09:45 ebenfalls eine Klassezeit hin. Packend die Entscheidung bei den Frauen: Irina Kazakova (FRA) sprintete auf den letzten 200 Metern an Lucia Subano (KEN) vorbei – das Publikum war hellauf begeistert.

1999 – Hot in the City
Bei Temperaturen an die 28° C gab es keinen Gedanken an Rekorde. Sehr bemerkenswert jedoch die Siegerzeit von Andrew Eyapan. Der Kenianer siegte in 2:11:41 Stunden und mit über drei Minuten Vorsprung auf Streckenrekordler Moges Taye. Im darauffolgenden Jahr sollte die Entscheidung deutlich knapper ausfallen ...



Der Bericht wurde vom Veranstalter selbst im Eventmanager von MaxFun.cc eingetragen

Vienna City Marathon

Link: www.vienna-marathon.com

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