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Open water swimming - wie man Orientierungsfähigkeit im Wasser schult

Auch die Open-water-Saison ist in vollem Gange, einige Bewerbe sind bereits buchstäblich ins Wasser gefallen

Wobei das bei Schwimmwettbewerben so schlimm nicht ist, weil nass wird man ja ohnehin sofort – einige andere bestachen durch ausgesprochen hohes Niveau, und klar, auch die Triathlonsaison hat bereits begonnen, und dort muss man ja bekanntlich auch zuerst einmal ins Wasser.

Der große Unterschied zum Schwimmen drinnen ist natürlich der, dass es keine Bahnen gibt, man sich ergo dessen orientieren können MUSS. Und zwar ziemlich gut, es soll schon vorgekommen sein, dass Weltklasseschwimmer NICHT als Erste aus dem Wasser stiegen, etwa bei einer Staffelteilnahme im Sommer-Dreikampf; der Grund dafür liegt auf der Hand; das mit dem Orientieren hat eben nicht hingehauen, anstatt 1.500 Metern haben diverse Olympiastarter gleich 1.700 oder noch mehr Meter zurückgelegt. Und da die besten Schwimmer im Triathlonlager bekannterweise auch keine Nasenbohrer sind, waren Letztere dann oftmals schneller.

Wie aber schult man seine Orientierungsfähigkeit im Wasser? Im Winter meistens gar nicht, da tun alle gut daran, in diversen Schwimmbecken einfach ordentlich zu trainieren. Wobei da natürlich auch gewaltige Unterschiede zwischen Kurzbahn- und Langbahntraining (25 oder 50m) sind, im 25-m-Becken ist man schneller und muss sich dafür nicht so anstrengen wie in der Langversion. Außer, man ist ein extrem mieserabler „Wender“…Ab dem Zeitpunkt, ab dem es die Temperaturen zulassen, sollte der ambitionierte Outdoor-Schwimmer dann zumindest einmal pro Woche im Freien schwimmen. Klarerweise bietet sich das Tragen eines Neoprenanzugs an, klarerweise ist es intelligenter, nicht mutterseelenallein große Seenüberquerungen zu starten, klarerweise sollte man auch auf das Wetter achten und nicht unbedingt zu Beginn eines Unwetters in die Fluten hüpfen.

Beachtet man all das erfolgreich, so verhält sich auch das Training im „Open-water“ zunächst ähnlich wie das im Schwimmbecken, man wärmt sich mal auf, ein paar Übungen am Ufer, 200-1000m (je nach Niveau und nachfolgendem Training) Einschwimmen, vielleicht ein paar Technikübungen, hernach mehrere oder weniger mehr oder weniger intensive Intervalle, die vor allem dadurch gekennzeichnet sind, dass man brav an seiner Orientierungsfähigkeit arbeitet. Sprich, man hebt immer wieder den Kopf vorn – also nicht seitlich – aus dem Wasser, um zu sehen, ob man eh noch auf dem richtigen Weg ist. Und das funktioniert so: Knapp, bevor man auf die Seite einatmen möchte, hebt man den Kopf ein wenig an, um mit beiden Augen das „vor einem“ (was auch immer das sein soll) zu erblicken; hoffentlich zumindest, denn ist z. B. die große, rote Boje, die man eigentlich ansteuern wollte, nicht zu sehen, ist man offensichtlich (wenigstens für einen kurzen Augenblick…) auf dem falschen Dampfer. Ganz so einfach ist dieses Heben und Aufblicken aber nicht, denn erstens sollte der Wasserwiderstand so gering wie möglich gehalten werden, zweitens muss man innerhalb kürzester Zeit auch sehen, was man sehen will – sonst ist die Aktion ja sinnlos. Übung ist daher mehr als gefragt.

Natürlich kann man sich auch an den Füßen des Vordermannes orientieren, nur muss man dann darauf hoffen, dass DER in die richtige Richtung schwimmt. Und man sollte darauf achten, dass man selten bis nie an dessen Fersen oder Zehen ankommt, denn das ist für den, der VORNE schwimmt, ausgesprochen unangenehm! Zusätzlich zu den Dingen, die man vor sich zu sehen erhofft, sollte man sich bereits VOR dem Schwimmen markante Punkte am Rande der Strecke suchen, die man im Laufe des Trainings/Wettkampfes passieren will/sollte. Alles in allem eine gar nicht so einfache Geschichte, die sich aber lohnt, so man genügend daran arbeitet.

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23.05.2015, 19:00:00
Foto: MaxFun Sports
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