MaxFun Sports Laufsport Magazin

Die variable Herzrate

01.04.2011, 12:00:00
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Das Herz schlägt übrigens nicht regelmäßig, doch kein Grund zur Sorge, wäre es so, wäre genau das ein Sorgengrund.

Das Herz ist ein Muskel, der mit jedem Schlag Blut durch den Körper pumpt. Im Blut enthalten sind Sauerstoff und Nährstoffe, die letztendlich zu den Zellen gelangen, wo sie verstoffwechselt werden. Der Mensch besteht aus vielen Milliarden solcher Zellen, aber noch aus zehnmal mehr Bakterien.

Wir sind also, wenn man es aus dieser Perspektive betrachten möchte, ein einziges Bakterium, das sich mit vielen anderen Milliarden Bakterienhaufen auf diesem blauen Ball inmitten eines fast unendlichen Nichts mehr oder weniger herumbewegt. Je mehr sich so ein einzelner Zell- und Bakterienhaufen bewegt, desto schneller muss das Herz pumpen, je langsamer, desto langsamer, da nicht so viel Sauerstoff und Nährstoffe in den einzelnen Zellen benötigt werden. Das ist aber auch schon so ziemlich das einzige, was Individuen in Bezug auf dieses Thema gemeinsam haben.

Allgemeingültige Pulsfrequenzvorgaben sind ähnlich intelligent wie allgemeingültige Gewichtsvorgaben beispielsweise beim Bankdrücken. Der Grundlagenbereich etwa kann beim einen bei 180 Puls anfangen, beim anderen vielleicht bei 90. Leider kursieren in diversen Beiträgen oder auf Fitnessgeräten wie Steppern oder Ergometern immer noch sog. „Fettverbrennungspulse“ von 120 oder dergleichen.

Abgesehen davon, dass es richtigerweise „Fettstoffwechsel“ heißen müsste und ein Untrainierter hauptsächlich Kohlenhydrate verbrennt (weil er seinen Fettstoffwechsel eben bislang nicht oder nur unzureichend trainiert hat, sodass sein Körper zunächst vordergründig auf die leichter zu verbrennenden Kohlenhydrate greifen muss), ist die Zahl 120 eine rein fiktive. Die noch dazu die meisten Anfänger in den Wahnsinn treiben würde, da diese bereits beim Anblick eines Laufbandes 120 und mehr Herzfrequenz zusammenbringen. Reicht also bereits der bloße Gedanke an ein Laufband, um Fette zu verbrennen?

Das Herz schlägt übrigens nicht regelmäßig, doch kein Grund zur Sorge, wäre es so, wäre genau das ein Sorgengrund. Beim Einatmen muss sich der menschliche Körper mehr anstrengen als beim Ausatmen, hier können die Unterschiede mehrere Dutzend Pulsschläge ausmachen (also z. B. beim Einatmen 80, beim Ausatmen 44, also drei Dutzend; die Unterschiede müssen übrigens nicht immer durch 12 teilbar sein, hier handelte es sich um einen Scho(c)k für alle Wissenschaftler).

Dieses Phänomen wird „Herzfrequenzvariabilität“ genannt. Je unregelmäßiger das Herz schlägt, desto besser, zumindest in Ruhe. Dann nämlich ist der Einfluss des Parasympathikus (das ist der Teil des Nervensystems, der das Gesamtsystem Mensch hinunterreguliert) dominanter; je gleichmäßiger der Herzschlag (in Ruhe), desto nervöser, gestresster ist man - hierfür ist der Sympathikus (der Teil des Nervensystems, der das Gesamtsystem Mensch hinaufreguliert - etwa, wenn ein riesiger, wilder Löwe unser Leben bedroht und wir uns ein paar Millisekunden vor der sinnlos erscheinenden Flucht befinden) verantwortlich.

Die Herzfrequenzvariabilität gibt also Auskunft über unseren Stresszustand, darüber, ob wir Burn-out gefährdet oder bereits in selbigem sind, oder, ob wir uns im Zustand des Übertrainings (das ja im Prinzip nichts anderes ist als Burn-out) befinden. Bei körperlicher Anstrengung (also wenn der Puls steigt) sollte die Herzfrequenz übrigens immer gleichmäßiger werden.

Vernünftiges Ausdauertraining kombiniert mit ausgewogener Ernährung kombiniert mit halbwegs stressfreiem Leben fördert eine gesunde Variabilität des Herzschlags.

Christian Kleber (MAS)

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