MaxFun Sports Laufsport Magazin

All you can eat

03.06.2009, 12:00:00
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Bei Läufern sind in den letzten Jahren zwei deutliche Tendenzen bezüglich deren Ernährung zu erkennen.

Die einen, die sich überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigen und mehr oder weniger alles in sich hineinschaufeln oder gar „genießen“ (jaja, solche soll es unter uns Asketen auch geben…), die anderen beschäftigen sich tagaus, tagein mit Kalorienzählen, Vitaminpräparat-Vergleichen und Mineralstoffspuren-Suche.  

Die ersteren wissen mit Omega3-Fettsäuren genauso wenig anzufangen wie mit Beta-Carotiden oder langkettigen Kohlenhydraten. Sie essen bestimmte Nahrungsmittel nicht deswegen, weil dies und jenes darin enthalten ist, sondern weil es ihnen schmeckt - oder eben weil die Kantine nichts Anderes zu bieten hat. Recht häufig ist deren Ernährung einseitig, vitamin- und ballaststoffarm (weil es in Werksküchen auch in diesem Jahrtausend nur so von Gebackenem und Frittiertem wimmelt). Leute aus dieser Gruppe greifen dann meist kurz vor Wettkämpfen zu Multivitaminpräparaten, um einen eventuellen Mangel (von dem sie weder etwas wissen, noch dass dieser sich hätte irgendwie bemerkbar gemacht - und wenn, dann hätten sie ihn aufgrund ihres latenten Desinteresses an Ernährung ohnehin nicht zuordnen können) und das schlechte Gewissen zu beseitigen. Ihnen sollte man wohl am ehesten nahelegen, sich ab und an mal mit ernährungswissenschaftlichen Themen zu beschäftigen, mit Lebensmitteln (im wahrsten Sinne des Wortes) - auch wenn man Sport treibt, oder gerade dann, sollte man zumindest ein wenig Gefühl für diesen wichtigen Lebensbereich haben - ein Rennauto wird schließlich auch nicht mit Diesel (Mischung aus Bier und Cola) „gefüttert“.  

Das Leben der Zweiteren hingegen dreht sich nur noch um die Nahrungsaufnahme mit all ihren Details.

  • Um welche Uhrzeit soll ich welches Elektrolyt zu mir nehmen?
  • Wie gelingt es mir so rasch wie möglich nach der Belastung bereits erste kurzkettige Kohlenhydrate in meinen Blutkreislauf zu befördern?
  • Zu welcher Tages- oder Nachtzeit resorbiert mein Darm die größten Mengen an Eisen?
  • Und würde es da nicht Sinn machen, schnell noch eine Vitamin-C-Tablette nachzuschießen, um die Eisen-Aufnahme weiter zu erhöhen?

Menschen, die dieser Gruppe angehören, würden niemals einfach nur essen, weil sie Lust dazu haben. Sie führen dem Körper zu, was er braucht bzw., was sie glauben, dass er braucht. Genuss ist ein Fremdwort, ebenso wie „Schweinsbraten“, „Pommes frittes“ oder ein „Glaserl Wein“ (durch die Bank Fremdwörter, Fremdwörter, Fremdwörter!). Gut schmeckt nur, was auch gesund ist, alles andere ist Pfui, Pfui, Pfui! Allein der Gedanke an ein Stück Schokolade verursacht fürchterliche Bauchschmerzen, das Fettränzlein um die Hüften beginnt zu wachsen. Diese Gruppe täte gut daran, sich von ihrem Zwangsverhalten, das sie häufig auch beim Training und beim unfassbar sturen Einhalten des Trainingsplans zu Tage legt, zu lösen. Mehr Gefühl, mehr Intuition, mehr Spaß wären angesagt.  

Die Intentionen zum Schreiben dieser Zeilen bzw. teilweise die Zeilen selbst kamen übrigens am Pfingstmontag bei einer gemeinsamen Rad-Ausfahrt mit der Wien-Marathon-Siegerin Andi M. M., auch wenn sie natürlich sehr schlank ist (und dies auch sein muss, sonst rennt man nicht 2h30, zumindest nicht auf der Marathondistanz…), ist eine Genießerin sondergleichen, das weiß jeder, der schon mal mit ihr essen war. Sie isst alles, aber furchtbar ungern alleine, sie kocht gerne und hat immer Schokolade zu Hause. Wenn nicht, wird sie nervös. Light-Produkte, Nahrungsergänzungsmittel oder fixe Esszeiten sind für sie Fremdwörter. Sie isst, wann sie Hunger hat und meist wonach ihr gelüstet. Ihr Tagesablauf dreht sich nicht um´s Essen und um Inhaltsstoffe, genauso wenig kümmern sie manchmal Pulsvorgaben - leider, denn gestern ist sie die Anstiege hochgeflogen, dass ich beinahe das vorher zu mir Genommene der Natur wieder zurückgegeben hätte…  

Christian Kleber und Andrea Mayr (MAS)

Link: www.MaxFun.at

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